42
[80
Muniymkuu fiel das Haus an den Sultan, und heute hat das Gouvernement hier einen komfortabel ausgestatteten Landsitz für Europäer geschaffen, von dessen Fenstern man einen weiten Umblick hat.
Die Bodenwelle von Dunga, die gewissermalsen das Rückgrat der Insel bildet, trennt das fruchtbare vom unfruchtbaren Gebiet. Da sich auch östlich von ihr ein schmaler, unfruchtbarer Streifen hinzieht, so erhält sie den Charakter einer Oase. Der Höhenzug selbst ist von höchster Fruchtbarkeit. Er trägt im Süden die Landschaft Tunguu mit Nelken- und Kokospflanzungen, in deren Mitte ein Dorf mit gemischter Wahadimu- und Stadtbevölkerung liegt. Die Weiber beschäftigen sich vorwiegend mit Töpferei. Westlich von Tunguu sollen einige gröfsere Felstrichter im Busch verborgen liegen.
Nördlich von Dunga liegt der Distrikt Uzini mit mehreren Inderläden; dabei liegt ein gemauerter Brunnen, um den die Weiber sich den ganzen Tag über schäkernd sammeln. In Uzini ist der Hauptsitz einer interessanten Kunstindustrie, der Thürschnitzerei. Die in zierlichen Arabesken ausgeführten Thürrahmen der Araberhäuser in Sansibar stammen vielfach aus Uzini. Die Kunst mag ursprünglich aus Indien eingeführt sein, wie die Grundmotive der Schnitzereien anzudeuten scheinen. Doch erlitt sie in Sansibar jedenfalls manche Abänderung durch Aufnahme arabischer Schriftzüge und nationaler Ornamente, jenen sehr ähnlich, die man auf den zierlich ausgenähten, von Männern gefertigten weifsen Mützen der Swahili- Leute findet. In neuerer Zeit macht sich ein Verfall dieser Schnitzerei bemerkbar, da billige, grobe Arbeit weit mehr als feine gesucht wird, und alte Thüren sind meist viel schöner ausgeführt als moderne. Auch werden neuerdings schablonenhaft, aber ganz gefällig gearbeitete Thüren dieser Art aus Indien importiert. Als Material dient meist das Holz des Fenesi-(Yakfrucht-)Baumes. Die Schnitzer fertigen aufserdem noch hübsche Holzsandaleu, die von den Arabern beim Baden getragen werden.
Nördlich von Uzini dehnen sieh die Nelkengebiete von Kinya- sini aus, die stellenweise von sumpfigen Wiesen unterbrochen sind und sich dann an die Mkokotoni-Landschaften anschliefsen.
Ostlich von Dunga betritt die Strafse das Korallenland und führt durch dieses nach Chwaka. Hier waren beim Bau die gröfsten technischen Schwierigkeiten zu überwinden.
VI.
Wir haben nun noch auf jene kleinen Inseln einen Blick zu werfen, die sich in nächster Nähe der Halbinsel hinziehen und besonders