Teil eines Werkes 
2 (1897) Die Insel Sansibar und ihre kleineren Nachbarinseln : mit 1 Original-Kt. der Insel und 1 Pl. der Stadt Sansibar / von Oscar Baumann
Entstehung
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sind überall häufig, kleine reizende Nektarinien beleben gleich Schmetter­lingen die Landschaft. An Singvögeln ist ziemlicher Mangel.

Von Eeptilien sind besonders die mächtigen Pythonschlangen be­merkenswert, die in ganz gewaltigen Exemplaren vorkommen. Leguane, Eidechsen und Chamäleons giebt es mehrere Arten auf der Insel. Nach Aussage der Sammler ist das Insektenleben recht dürftig und arm an Arten; namentlich endemische Spezies sind sehr selten. Termitenbauten sieht man auf der Insel wenig; Bienen werden von den Wahadimu stellenweise gehegt. Die Heuschreckenplage, die vor einigen Jahren die Küstengebiete verheerte, verschont die Insel fast vollständig.

Obwohl abschliefsende Urteile von Fachleuten noch nicht vor­liegen, und das Material zu solchen auch noch fehlt, ist es doch zweifellos, dafs die Insel trotz ihrer Kleinheit und der Nähe des Fest­landes doch ziemlich viele eigenartige Tiere und Pflanzenformen be­herbergt, die auf eine jedenfalls zu Beginn der recenten oder Ende der Tertiärzeit erfolgte endgiltige Loslösung des Zusammenhanges mit dem Festlande falls eine solche überhaupt jemals bestanden hat schliefsen läfst. Die Annahme eines solchen Zusammenhanges ist übrigens keineswegs nötig, da die jetzt als eigene Arten auftretenden Spezies leicht in früher Periode nach der Insel verschleppt sein und sich unter veränderten Lebensbedingungen selbständig entwickelt haben können.

III.

Die Bewohner Sansibars stellen in ihrer heutigen Form kein sehr altes Bevölkerungselement dar. Es mag vielleicht Uransiedler gegeben haben, die in den Stämmen der Wahadimu und Watumbatu aufgegangen sind, doch war die Insel schon in so früher Zeit das Ziel arabischer, persischer und vielleicht auch indischer Einwanderer, die wieder Sklaven vom Festlande brachten, dafs eine ursprüngliche Bewohnerschaft sich unmöglich erhalten konnte. Die ältesten Ansiedler mögen immerhin die Wahadimu sein, die von Steere und anderen gewissermafsen als Aboriginer dargestellt werden. Sie verdienen diese Bezeichnung jedoch nicht, da sie durchweg eine sehr deutliche Tradi­tion an ihre Abstammung von der ostafrikanischen Küste bewahrt haben. Es geht dies so weit, dafs ihre Dörfer vielfach noch die­selben Namen wie die der Ursprungsdörfer an der Küste tragen. So behaupten die Bewohner der Dörfer Makunduchi, Cherawe, Janinge, Pangani und andere auf der Insel, von den gleichnamigen Küsten­dörfern herzustammen. Die Leute von Matemwe erinnern sich, dafs