Vorwort.
Die nachstehende Beschreibung der Insel Sansibar macht auf Vollständigkeit keinen Anspruch. Es wäre nicht möglich, die Bedeutung dieser Insel in dem engen Rahmen einer Abhandlung zu erschöpfen: die Mannigfaltigkeit der Bewohner allein würde Bände erfordern, falls man versuchen wollte, auf die ethnischen Eigentümlichkeiten der zahlreichen hier vertretenen Stämme Afrikas und Asiens einzugehen. Auf die ausführliche Würdigung Sansibars als Hafen- und Handelsplatz sowie auf die Schilderung der Stadt überhaupt wurde hier weniger Gewicht gelegt, da vorzügliche Autoren, von Guillain, Burton und Kersten , an bis auf die neuere Zeit, darüber schon viel veröffentlicht haben.
Eingehender wurde die Darstellung der Insel versucht, soweit ich Gelegenheit hatte, diese auf zahlreichen Streifzügen kennen zu lernen. In dieser Hinsicht mag die Abhandlung hauptsächlich als Begleitwort zur Karte dienen, in welcher der Hauptwert der Publikation zu suchen ist. Es soll damit keineswegs gesagt sein, dafs die Karte sich etwa der Vollkommenheit auch nur nähert. Im Gegenteil möchte ich gerade die Nachsicht der Europäer Sansibars, für die die Karte wohl das nächste Interesse hat, an dieser Stelle anrufen. Wer von ihnen beim praktischen Gebrauch im Lande die Karte unvollständig findet, der möge bedenken, dafs die Karte kein Werk eines topographischen Bureaus, sondern die mühsame Arbeit eines Einzelnen ist, der unmöglich sämtliche Pfade der Insel ablaufen und alle die zahllosen Namen von Landgütern einzeichnen konnte.
Für die Karte bildete die englische Admiralitätskarte eine vorzügliche Grundlage, die die Küsten der Insel mit gewohnter Zuverlässigkeit darstellt, so dals höchstens einige kleine Ungenauigkeiten in den Benennungen verändert werden mufsten, die durch die Unkenntnis der aufnehmenden Seeoffiziere in der Landessprache ihre leichte Er-
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