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lebt. Nach möglichst genauer Schätzung bin ich zu der Ziffer von 6000 Einwohnern für Mafia, einschliefslich Chole, Juani und Jibondo gelangt.
III.
Der Handel Mafias beruht hauptsächlich auf den landwirtschaftlichen Produkten; von diesen soll im folgenden die Rede sein.
Unter den Kulturpflanzen nimmt die Kokospalme ihrer Bedeutung nach die erste Stelle ein. Sie wird wohl schon von Alters her auf der Insel gepflanzt. Die Wanibwera bauen Kokospalmen nur in geringen Mengen und zum eigenen Gebrauch und beginnen erst in neuerer Zeit gröfsere Pflanzungen anzulegen. Solche besitzen aber hauptsächlich Araber und Shatiri. Ein Verdienst um die Verbreitung der Kokos-Kultur erwarb sich der Araber Salim bin Said, der jahrelang Statthalter des Sultans auf Mafia war und grofse Pflanzungen bei Tireni anlegte. Die gröfsten Kokos-Schamben liegen um die Chole-Bai und an der Südküste von Mafia, sowie an der Nordküste zwischen Tireni und Kichevi. Jedoch auch im Innern und im Norden der Insel, bei Baleni, Upenja, Kirongwe, Changwa u. s. w. liegen schöne Kokos-Schamben verstreut. Auf der Insel Chole tragen die Palmen nur kleine Früchte; überhaupt ist es eine auffallende That- sache, dafs auf allen kleinen Inseln von Kwale bis Songo-Songo die Kokospalme nur schlecht gedeiht.
Die eingeborenen Pflanzer auf Mafia setzen die Kokosnüsse erst in Saatbeete und verpflanzen sie sodann. Besonders die Wambwera begehen nicht selten den Fehler, die Palmen zu nahe aneinander zu pflanzen. In gut gehaltenen Schamben stehen sie jedoch regelrecht in Reihen. Als Versuch .zur Düngung wird in die Pflanzlöcher beim Zuschütten die Oberflächen - Erde zuerst eingeworfen. Bei gut gehaltenen Pflanzungen wird das Gestrüpp zwischen den Palmen abgehauen und um die Stämme angehäufelt. Doch sind auch solche Schamben keineswegs selten, wo Gesträuch und Unkraut ungestört zwischen den Palmen wuchert, wodurch deren Erträgnis sehr beeinträchtigt wird.
Die Kokospalme gedeiht in dem sandigen Boden von Mafia ganz vorzüglich und trägt schon im 4. bis 5. Jahre reichliche Früchte. Nach 6 Jahren kann sie als ausgewachsen betrachtet werden. Die Palmen auf Mafia bringen ungewöhnlich grofse Nüsse hervor, wie ich solche weder in Afrika noch in Indien und Ceylon jemals gesehen. Stellenweise wird auch die kleine Varietät mit gelben Nüssen (Mnazi ya