Teil eines Werkes 
1 (1896) Die Insel Mafia und ihre kleineren Nachbarinseln : mit 1. Orig,-Kt.
Entstehung
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gelangt, finden sie die denkbar günstigsten Existenzbedingungen. Die zahlreichen kleinen Seen bieten Badeplätze am Tage, und die Weide­plätze der Insel geben reichliche Nahrung. Besonders zur Regenzeit tauchen sie in den entlegensten Teilen der Insel auf und richten durch Abweiden und Zertrampeln in den Pflanzungen der Eingeborenen grofsen Schaden an. Noch mehr thun dies die Wildschweine, die in grofsen Mengen auf der Insel vorhanden sind, und gegen deren Verheerungen die Eingeborenen sich nur durch Anlage starker Gitter um die Pflanzungen schützen können. Was Flui'spferde, Wild­schweine und Feldratten verschonen, fällt den Affen zum Opfer, die auf der Hauptinsel, besonders aber in Juani, sich in grofsen Herden herumtreiben. An Wild giebt es sonst noch Zwergantilopen (auf Mafia Chesi genannt) und zahlreiche Perlhühner und Wildtauben. Die Webervögel richten an den Kokospalmen stellenweise Schaden an. Der einzige natürliche Feind dieser Tiere und der Haustiere ist die Pythonschlange (Chatu), die in ganz mächtigen Exemplaren vorkommt. Krokodile giebt es auf Mafia keine, dagegen viele grofse, aber gänz­lich harmlose Leguane (Kenge). Die Termiten (Nchwa) finden sich auf der Hauptinsel, und besonders auf dem Inselchen Chole in grofsen Mengen. Wildbienen werden von den Eingeborenen in keiner Weise gehegt, doch wird deren Honig öfter ausgenommen.

n.

Unter den Bewohnern von Mafia sind die Wambwera die ältesten. Sie sind stammverwandt mit den zwischen Kisiju und den Rufiyi - Mündungen lebenden Küsten-Swahili. Der Name leitet sich von der gegenüber Kisimani Mafia gelegenen Landschaft Umbwera im Rufiyi-Delta her. Die Einwanderung hat jedenfalls schon in sehr früher Periode stattgefunden. Die Wambwera sprechen einen sehr guten Dialekt des Kiswahili und spielen auf Mafia eine ähnliche Rolle wie die Wahadimu in Sansibar. Ihre Niederlassungen sind über die ganze Insel verstreut, in geschlossenen Mengen bewohnen sie den Norden, sie sind auch die einzigen spärlichen Besiedler des Korallen­landes Ngome.

Es sind meist dunkelfarbige Leute, die sich in Tracht und Lebensweise nicht von den Küstenswahili unterscheiden. Sie sind wie diese Sunniten vom chaffei'tischen Ritus. Die Wambwera mieden früher aus Furcht vor arabischen Sklavenräubern die Küste und legten ihre Dörfer im Innern der Insel an; erst als unter Seyd Said allmählich geordnetere Zustände eintraten, zogen sie an den Meeres­strand. Die Zahl der Weiber soll jene der Männer überwiegen.