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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
Entstehung
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7 Bremen. Tonleuchter, gesehen von der Seite und von oben, 14. Jh.

8 Bremen. Leuchter­männchen aus Bronze, spät­mittelalterlich

nächst als Handelsstadt und den Kaufleute­stand als seine tragende Säule herauszustellen. Ohne die Handwerker hätte sich die Stadt je­doch nicht entwickeln können. Man denke nur an das damals berühmte Bremer Bier, das vor allem nach Flandern verhandelt wurde. Eines der wichtigsten Gewerbe war deshalb das Bött­cherhandwerk. Die Böttcherstraße spielt heute

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noch in der Stadt eine gewichtige Rolle, freilich inzwischen unter anderen Vorzeichen. Neben dem Bier wurde in den Fässern, die in Nord­deutschland meist Tonnen genannt wurden, fast alles verschifft. Es waren Waren aller Art, ganz zu schweigen von den Heringen, für die bei der Fangsaison große Mengen an Tonnen vorzuhalten waren. Und so gibt es in der Stadt bei guten Erhaltungsbedingungen manchmal Funde von Tonnen. In der Regel werden sie in Zweitverwendung angetroffen, zum Beispiel als Aussteifung eines Brunnens. Versiegte ein Brunnen, dann wurde er mit allerlei Abfall, wie schadhaftem Geschirr, verfüllt. Bei dem Ge­schirr handelt es sich dabei meist um die ein­heimische, größtenteils in Bremen hergestellte graue bzw. blaugraue Irdenware. Wichtigstes Gerät zum Kochen von Speisen war dabei der Kugeltopf, der auf dem offenen Feuer stand (Abb. 9). Im täglichen Gebrauch genauso oft verwendet wurde die Kanne - in der Definition ein Schenkgefäß mit einem Ausguß - oder der Krug, aus welchen Wasser, Bier oder auch Wein ausgeschenkt wurde. Diese Gefäße sind, wenn sie aus einheimischer Herstellung stammen, oftmals sehr unterschiedlich ausgeformt (zu­sammenfassend: STEPHAN). Mehrere Kannen/ Krüge mit und ohne Henkel, mit Standfuß oder mit kleinen Standlappen wurden beispielsweise in einem einheitlichen Zeithorizont (14. Jh.) bei den Grabungen im ehemaligenAstoria" an der Katharinenstraße gefunden (LA 127/Altstadt 1994); bei diesen Gefäßen ist die manchmal blaugraue Färbung der Oberfläche wegen des reduzierenden Brandes gut ausgeprägt (Farb- taf. 6).

Schon im 11./12. Jh. wurden aus dem Rhein­land Gefäße der bemalten Pingsdorfer Art und dann mit Beginn des 13. Jhs. Steinzeugkrüge importiert, hauptsächlich aus Siegburg. Derein- heimische Ton taugte für die hohen Brenntem­peraturen des Steinzeuges nicht. Solche Ge­fäße konnte man bald auch in dem näher liegenden Duingen bekommen, weshalb beide Töpferorte in Bremen recht gleichmäßig belegt sind. Wollte man noch einen Schritt in der Ex- clusivität weiter gehen, so mußten farbig gla­sierte Krüge aus Südholland, Flandern, Nord­frankreich oder England auf die Tafel (Farbtaf. 7). Diese Gefäße, für die nicht recht klar ist, ob sie über einen regulären Handel nach Bremen

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