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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
118
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Iriedricb V^agenkeld

Zu seinem 100jährigen (Zeburtstage

Von (Z. 5. tZartlaub

m 3. Januar 1810 wurde in der 5aulenstratze zu Bremen der Schriftsteller Friedrich Wagenkeld geboren. Bevor wir erzählen, was aus ihm geworden ist und was aus ihm hätte werden Können, geben wir zur Orientierung den äußeren groben Urmitz seines Lebens und V^irKens im voraus, um dann diesem Bilde einige feinere Züge der lnnsn-Zeichnung hinzuzufügen, und Licht und Schatten auf ihm zu verteilen.*)

V^agenfeld war der Sohn eines wohlhabenden Krämers. Sein Vater lietz den begabten Knaben die (Zelehrtenschuls (das heutige (Zvmnasium) besuchen. Hier trieb er bereits (Zeschichts- und Sprachstudien; er bevorzugte das griechische, Lateinische und Arabische. Von 1829-1832 studierte der junge Wagenfeld dann in Söttingen, und zwar angeblich Rheologie; er beschäftigte sich aber, wie es scheint, mehr mit orientalischer Philologie, und trieb daneben geschichtliche und allgemein-literarische Studien. Ohne einen äußeren Abschluß seines akademischen Bildungsganges herbeigeführt zu haben, bezog er dann 1832 eine Bauslehrerstelle in Brinkum bei Bremen. Die hier gebotene Muße benutzte er dazu, eine in ihrer Nrt geniale (Ze- schichtskälschung zu inszenieren, lediglich zu dem Zwecke, der akademischen (Zelehrtenwelt einen Streich zu spielen. Die Zeitungen brachten die Nachricht, in einem portugiesischen Kloster sei eine Abschritt des phönizischen Historikers Sanchuniathon (ca. 13. Jahrhundert v. Lhr.) in der griechischen Übertragung des philo aufgefunden worden, und sie sei durch einen portugiesischen Offizier dem Hauslehrer vVagenkeld in Brinkum zur Ver­öffentlichung zugeschickt worden. Bald darauf erschien denn auch ein

") Wir halten uns im Wesentlichen an den Bericht dervremer Zeitung" (I34bNo.2S0), der bei ttnlatz des ^odes Wagegelds erschien und offenbar aus der 5eder eines Mannes stammt, der dem vichter nahe stand.