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Zwei Dildnisse von Hnton Sraff in bremiscbem Privatbesitz
von Lmil Waldmann
»uf der Ausstellung „Niedersachsen in vier Jahrhunderten", > die im Oktober 1909 in der bremischen Kunsthalle statt- ^ fand, fielen unter den Ölgemälden zwei IZildnisse des ! achtzehnten Jahrhunderts auf. Sie liehen merken, daß I ihre Anwesenheit in diesem Kreise nicht nur dem historischen oder Kulturhistorischen Interesse verdankt werde, welches das übrige Programm der Ausstellung bestimmt hatte. Sie hatten sich vielmehr eingefunden, weil ihr Künstlerischer Wert der Ausstellung zur Zierde gereichte. Und in der ?Iat Konnte sich der Beschauer dieser Besonderheit nicht entziehen und überließ sich gerne dem selbstverständlichen und unmerklich wirkenden Zauber, den in einer Umgebung von Interessantem das Schöne immer ausübt.
Geschichtlich und Kulturgeschichtlich haben die beiden Bildnisse mit Bremen sehr wenig zu tun: (Zemalt hat sie der Schweizer NntonOraff, ein sächsischer Hofmaler in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts (1736^1814), und auch die Dargestellten sind nur durch lose Bande an unsre Vaterstadt und unsren niedersächsischen (Zau geknüpft, - es sind Angehörige der Berliner §amilie platzmann, aus der eine Tochter sich mit einem hanseatischen Pauli verheiratete. Im Besitze ihrer Nachkommen, bei Herrn Bürgermeister Dr. Pauli in Bremen, befinden sich jetzt die beiden (Zemälds.
Ein vamenbildnis und ein Herrenbildnis. Oer Herr, in Halbfigur porträtiert, ist von der Seite gesehen, er wendet den Kopf aus dem Bilde heraus und sieht den Beschauer freundlich an. mit tiekem Blick; um den leicht geöffneten Mund und die feuchten Lippen spielt ein ver-
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