Die 5ederzeicbnungen von ZoKann vaniel Lembach (1694—1764)
von «?nna Meto Schütte
n der Stadtbibliothek und im Historischen Museum befindet sich eine (Zruppe von Federzeichnungen des achtzehnten Jahrhunderts, auf denen mit redlichem lZemühen, doch mit unbeholfener Hand Pläne, Ansichten und Sebäude unserer Stadt wiedergegeben sind. Obwohl die vlätter Künstlerischen wertes ermangeln, verlohnt es sich doch, daß wir uns eingehender mit ihnen beschäftigen. Mit wenigen Ausnahmen sind sie mit dem vollen Namen „Johann Daniel Heinbach" bezeichnet, der durch die fast immer beigefügten Citel „FeuerwerKKer" und „Vom- bardierer" festere Sestalt gewinnt. Die äußeren Lebensverhältnisse dieses Mannes sind rasch erzählt: Cr ist 1694 in Marburg geboren und leitet seinen Namen, den er auf seinen ersten Zeichnungen auch „Havnbach" schreibt, wohl von dem unweit seines (Zeburtsorts belegenen hessischen Dorfe „Lambach" her. Von Profession (Zärtner, mag es ihn als jungen lZurschen nach Cassel gezogen haben, wo seit l709 die großartige Anlage der Carls-fwe im Cntstehen, und der park von >Vilhelmshöhe in der CntwicKelung begriffen waren. XVann er nach Bremen gekommen ist, wissen wir nicht. Im )ahre 1727 trat er als Artillerist in bremische Militärdienste, und erlebte als solcher 1739 die Cxplosion der „vraut", sowie in seinem Hiter die schweren Zeiten des siebenjährigen Krieges, in denen die Stadt ihre Ohnmacht als Festung offenbarte. Verstorben ist er im September 1764;*) er hat also grade das biblische NIter erreicht.
Mit seiner bescheidenen Kunst hat Hembach schon zu seinen Lebzeiten Anerkennung gefunden. Denn nicht etwa seinem guten Cxerzieren oder Kanonieren, sondern seiner Zeichenfeder verdankte er die Würden des vombardiers und Feuerwerkers. Laut XVittheits Protokoll übergibt
") Seine 5rau starb laut veerdigungsregister St. Pauli im )uni 1761; er hat also in der Neustadt gewohnt.