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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
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)okann Llias I^idinger

von I?. Smidt

nter den deutschen Künstlern des achtzehnten Jahrhunderts sind es nur zwei, die sich einer wirklichen Popularität in den weitesten Kreisen erfreuen, LhodowiecKi und Nidinger. Während LhodowiecKi's zierliche Kupfer allen denen am Kerzen liegen, denen die Zeit5Us der (Zrofz- vater die (Zrofzmutter nahm" durch einen romantischen Schimmer verklärt ist, leuchtet das 5luge jedes Waidmannes, wenn er den NamenNidinger" hört, und in den bescheidenen §örsterstuben wie in den ^agdschlössern der (Zrofzen dieser Lrde hängen seine Stiche unter (Zeweihen, lZüchsen und ^jagdtrophäen.

Weniger populär ist Nidinger in den Kupferstichkabinetten. l?ier wird seinen Stichen nicht oft die Chre desPassepartouts" zuteil, und der Wachmann greift selten zu ihnen.

Wir Können nach dieser verschiedenen Schätzung schon vermuten, dafz Nidingers Kulturhistorische Bedeutung eine größere als seine Künstlerische sei. Die Kunsthalle besitzt ein reiches Werk von ihm, das uns erlaubt, über den Wert seiner Arbeit uns Klar zu werden.

Wenn auch Nidinger sich in mancherlei tZebieten versucht hat, so liegt doch seine ganze Stärke in der Darstellung wilder ^iere und ihrer ?agd. Cr eroberte sich damit ein 5eld, das noch wenig beackert war.

Lei den Italienern der Renaissance spielt die ganze Nerdarstellung Keine grofze Nolle. Das Pferd müssen wir allerdings ausnehmen, da es für heroische Vorstellungen unentbehrlich ist, und darum seine Gestalt von Künstlern stets fast so eifrig wie die des Menschen studiert wurde. Von eigentlichen Nerstudien sind fast nur die Zeichnungen pisanello's und Paolo Ucello's zu nennen. Was in den heiligen Seschichten an