Kapitel IV
Reformversuche.
Es war im Jahre 1749 nicht das erste Mal, dass man versuchte, das Gymnasium zu verbessern. Wiederholt hatte man in den letzten hundert Jahren Hand an das Werk gelegt, aber es war nie etwas Durchgreifendes geschehen. Das allgemeine Gesetz dieser Welt, nach welchem alles Irdische eben im Augenblick seiner höchsten Blüte auch schon den Keim des Verfalls in sich trägt, der, von der Aussenwelt noch nicht bemerkt, doch bereits im Innern geheimnisvoll wirksam ist, bewährte sich auch an unserer Schule. Eben zu der Zeit, die wir als die glänzendste der Anstalt bezeichnet haben, ertönten zum ersten Male die Klagen über den Niedergang, wurden zuerst gründliche Reformen gefordert.
Unter dem wenig erspriesslichen Rektorate Combachs, 1641, legen zwei Professoren der Theologie in einem längeren Gutachten auf Verlangen der Behörde den schlechten Zustand der Schule dar. Sie Anden ihn in der schola publica ebenso wie in dem Pädagogeum. An jener, sagen sie, ist ein Mangel an Zahl und an Einheit vorhanden, und auch der Unterrichtsbetrieb ist einer Verbesserung bedürftig. Da mehrere Professoren kurz hintereinander gestorben sind, so ist eine ganze Anzahl von Stellen neu zu besetzen. Es sind vakant die Professuren der Logik und Metaphysik, der Rede und griechischen Sprache. Ferner ist ein Mathematiker dringend von nöten, denn Neufville vertritt die Physik und