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Geschichte des Bremer Gymnasiums bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts / von Hermann Entholt, Oberlehrer an der Hauptschule in Bremen
Entstehung
Seite
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Kapitel III.

Stoff und Methode des Unterrichts.

Über die Unterrichtsziele der Schule in den ersten 40 Jahren wissen wir überhaupt nichts; der älteste uns er­haltene Lehrplan stammt aus dem Jahre 1568, also aus der Zeit des Mol an. Er ist eigentlich nur ein Programm, in dem trocken aufgezählt wird, was im S. S. 1568 getrieben werden soll. Auch die Verzeichnisse aus den Jahren 1576, 1577, 1589, 1590 sind nichts anderes. Ausführlichere Lehr­pläne sind vorhanden von 1592, 1600 und 1606 sowie von 1639. Aus der Zeit des Martinius. giebt es darüber nichts, und in der späteren Zeit müssen die Ankündigungen in den Lektionskatalogen den Lehrplan ersetzen. Koch -weniger hören wir über die Methode des Unterrichts. Nur die Gesetze von 1585 und 1592 machen wenige Andeutungen darüber; im übrigen sind wir darauf angewiesen, aus dem, w r as wir über den Unterrichtsbetrieb an anderen Orten wissen, auf die heimischen Zustände zu schliessen. Doch ist das Unglück nicht so gross; die Übereinstimmung war darin in der That allerwärts beträchtlich, und besonders die beiden kur- sächsischen Schulordnungen von 1528 und 1580 -werden ihren Einfluss auf Bremen nicht verfehlt haben.

Nach einer treffenden Formel Joh. Sturms, des be­rühmten Rektors der Strassburger Schule, ist seit dem Humanismus und der Reformation das Ziel des gelehrten Unterrichts sapiens atque eloquens pietas, d. h. auf philo­sophischer Basis beruhende Sachkunde und durch gründ­liches Studium der Alten erzeugte Darstellungsgabe im Dienst