Kapitel I.
Äeussere Geschichte der Schule.
Es war im Jahre 1528, wenige Jahre, nachdem Luther seinen Mahnruf „an die Ratsherren aller Städte deutschen Landes“ hatte erschallen lassen, dass auch in Bremen eine evangelische gelehrte Schule gegründet wurde. Es soll auf Anraten des Predigers Jacob Probst geschehen sein; aber auch ohne diesen äusserlichen Antrieb sieht man klar, was dazu veranlasste. Es war hier wohl gegangen, wie anderswo auch: mit dem Hereinbrechen der Reformation hatte das Schulwesen, das entweder ganz in den Händen der alten Kirche lag oder wenigstens von ihr beeinflusst wurde, aller- wärts einen tödlichen Stoss erlitten. Die Klöster wurden ihrer Insassen ledig, die katholischen Geistlichen verliessen oder verloren ihre Stellen, und auch die alte Doihschule in Brennen, schon seit längerer Zeit in Verfall begriffen, ging damals wahrscheinlich ganz ein. Das Schulwesen hörte damit thatsächlich einen Augenblick auf zu existieren, und die Behörde sah ■ sich hier wie anderswo genötigt, Neugründung und Verwaltung der Schulen selbst in die Hand zu nehmen.
So gründete man 1528 eine neue gelehrte Schule.
Das von Dominikanermönchen bewohnte Catharinen- Kloster musste die dafür nötigen Räume hergeben, und im Jahre 1534 wurde die Lokal frage auch rechtlich geregelt durch <‘inen „Vordrachte twusken dem Rade unde den schwaiten Monneken“, indem die Mönche das Kloster ganz