Struwe - Die Instandsetzung der Villa Rabien in Bremerhaven
Ottmar Struwe
Die Instandsetzung der Villa Rabien in Bremerhaven
Dem aufmerksamen Beobachter ist es in den letzten Monaten sicher nicht entgangen, dass an der Villa Rabien (An der Allee 10) Sanierungsarbeiten an den Fassaden und am Dach vorgenommen wurden. Die Eigentümerin setzt mit diesen Erhaltungsmaßnahmen die Arbeit des vorherigen Besitzers fort, der sich über Jahre der Erhaltung des Hauses gewidmet hatte. Dies ist auch der Grund dafür, dass sich noch sehr viele originale Details im und am Haus befinden. Dieser selbst für ein Baudenkmal eher seltene Reichtum an authentischen Bauelementen bedeutet für die Eigentümerin aber auch, dass Reparaturen mit mehr Sorgfalt und Bedacht ausgeführt werden müssen, als dies an einem »normalen« Haus der Fall wäre. Es bedarf daher schon einer besonderen Hingabe und Begeisterung für das Kulturdenkmal, um bei den Baumaßnahmen immer wieder nach der jeweils besten und somit auch denkmalgerechten Lösung für ein Problem zu suchen.
Dies allein wäre schon Grund genug, um an dieser Stelle einmal über die Villa Rabien zu berichten; es ist zudem aber auch ein ausgezeichnetes Beispiel privaten Engagements für die Allgemeinheit. Denn mit den durchgeführten Baumaßnahmen wurde nicht nur der Wert des seit 1979 als Denkmal eingetragenen Hauses erhalten, sondern auch ein besonderes Zeugnis der Baukultur in Bremerhaven.
Dass aus der Villa Rabien einmal ein Baudenkmal werden würde, haben beim Baubeginn 1902 vermutlich weder der Bauunternehmer W. Rogge noch der Bauherr, der Obersteward August Rabien, geahnt, auch wenn das villenartige Wohnhaus schon zur Erbauungszeit etwas Besonderes gewesen sein dürfte. Oberstewards waren gut verdienende Spitzenkräfte an Bord der Oceanliner des Norddeutschen Lloyd. Für die
Villa Rabien mit bauzeitlicher Einfriedung
Finanzierung eines derart aufwändigen Hauses mag aber zusätzlich eine Rolle gespielt haben, dass der Bauherr aus einer wohlhabenden Familie, die eine Schiffsausrüsterfirma in Geestemünde betrieb, stammte.
Im Jahre 1903 wurde das Wohnhaus mit seiner ausgeprägten Dachlandschaft und den sehr unterschiedlichen Fassaden fertig gestellt. An einer der beiden Schauseiten bestimmt ein erkerartiger Vorbau zusammen mit einem überdachten Balkon und einem Dachausbau in Fachwerk die Szenerie, an der anderen der barockisierende Schweifgiebel vor dem Treppenhaus. Beide Fassaden werden in sehr gelungener Form durch einen Eckturm verbunden. Seine besondere Wirkung erhält das Haus durch seine Lage an der Straßenecke An der Allee und Kurfürstenstra-