Heft 
(2007) Bd. 4. [Bremerhaven]
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Denkmalpflege in Bremen Heft 4

Georg Skalecki

Denkmalpflege an der Bürgermeister-Smidt- Gedächtniskirche in Bremerhaven

Die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche, die so genannte Große Kirche, wurde als weithin sichtbares Wahrzeichen der Seestadt Bremerha­ven konzipiert und erfüllt, trotz mancher jün­gerer Entwicklungen im Umfeld, diese Funkti­on unverändert. Der 86 Meter hohe, markante Turm, der mit seinem durchbrochenen Pyrami­den-Helm auffällt, ist die prägnante Landmar­ke, die die historische Stadtmitte kennzeich­net. Der bestehende Kirchenbau stammt aus den Jahren 1853-1855. Erst 1869/1870 wurde die hohe Turmfassade dem Kirchenschiff vor­gesetzt. Seit 1978 steht die Kirche unter Denk­malschutz und wird seitdem vom Landesamt für Denkmalpflege Bremen als wichtiges Kul­turdenkmal denkmalpflegerisch betreut. Die Gründe für den Denkmalschutz liegen auf der Hand, auch wenn der Bau eine sehr bewegte und auch nicht immer glückliche Geschich­te hatte und manche Veränderung über sich ergehen lassen musste. Die Vereinigte Protes­tantische Gemeinde zur Bürgermeister-Smidt- Gedächtniskirche ist die einzige Gemeinde in Bremerhaven, die zur Bremischen Evangeli­schen Kirche gehört. Auch dies ist eine Beson­derheit dieser Kirche.

Wegen der voranschreitenden Versandung der Weser am Anfang des 19. Jahrhunderts, wo­durch die immer größer werdenden Seeschiffe nicht mehr die bremischen Häfen in Bremen und Vegesack erreichen konnten, beschloss der weitsichtige Bremer Bürgermeister Johann Smidt, an der Unterweser, kurz vor dem of­fenen Meer, einen neuen Hafen zu gründen. Für Bremen war dies die einzige Möglichkeit, um sich als bedeutende, international aktive Seehandelsstadt in der Konkurrenz behaup­ten zu können. Nachdem die langwierigen Ver­handlungen mit dem Königreich Hannover er­

folgreich beendet waren, erwarb man am 1. Mai 1827 ein etwa 90 ha großes Stück Land zwi­schen Außenweser und der Geestemündung. Ein erstes Hafenbecken, der heutige Alte Ha­fen, wurde parallel zur Weser gebaut. Wieder­um parallel dazu legte man eine planmäßig ausgerichtete Siedlung an, die nach niederlän­dischem Vorbild einen orthogonalen Straßen- grundriss erhielt. Die Planung hierfür leitete der Holländer Johannes Jakob van Ronzelen.

Der Hafen und die Stadt entwickelten sich rasch, so dass man bald eine eigene Kirche be­nötigte. Ursprünglich war nämlich zwischen Bremen und Hannover vereinbart worden, dass die Bewohner der neuen Siedlung die Gottes­dienste in der Dionysius-Kirche in Lehe besu­chen könnten. Unter dem Eindruck der sich wohl schon abzeichnenden Notwendigkeit ei­ner Erweiterung des Hafens aufgrund dessen enormer Entwicklung beschloss der Bremer Se­nat 1842 den Bau einer eigenen Kirche für Bre­merhaven. 1847 schließlich erfolgte dann auch die erste Hafenvergrößerung durch Aushebung eines zweiten Hafenbeckens, des Neuen Ha­fens. Seitdem erweiterte sich Bremerhaven re­gelmäßig entlang der Weser nach Norden, wo­bei zunächst mehrere weitere Becken folgten, die durch Schleusen von der Tide unabhängig gemacht wurden, während man später Seekajen anlegte, von denen zurzeit mit dem Container- Terminal 4 der vorläufig letzte Erweiterungs­schritt gemacht wird.

Nachdem 1842 schließlich eine unierte Ge­meinde aller evangelischen Christen in Bremer­haven gegründet worden war, betrieb man mit Nachdruck auch den Bau einer eigenen Kir­che. An exponierter, zentraler Stelle im Stra­ßennetz begann man 1844 mit Fundamentie- rungsarbeiten und mit der Grundsteinlegung