Kirsch - Neu unter Schutz gestellte Kulturdenkmale
Rolf Kirsch
Neu unter Schutz gestellte Kulturdenkmale
Abb. 1: »Lloydbalmhof«, erbaut 1913
In dieser Rubrik sollen künftig in loser Folge einzelne Kulturdenkmale von besonderem Interesse vorgestellt werden, die neu unter Denkmalschutz gestellt worden sind. Den Anfang machen in diesem Heft der sog. »Lloydbahnhof« an der Gustav-Deetjen-Allee und der alte Bootsschuppen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremerhaven.
Lloydbahnhof
Das ehem. Gepäckabteilungs- und Auswandererbahnhofsgebäude des Norddeutschen Lloyd (NDL), den Bremern besser kurz als »Lloydbahnhof« bekannt, wurde 1913 schräg gegenüber dem Hauptbahnhof an der Nordseite der Bahnlinie in Richtung Bremerhaven
erbaut (Abb. 1). Zweck des Bauwerks war die Abfertigung der Deckspassagiere und des Gepäcks aller Transatlantikpassagiere der Reederei.
Der Lloydbahnhof entstand nach Entwürfen des prominenten Bremer Architekten Rudolf Jacobs (1879-1946), dem wir auch die Fassadengestaltung des Postamtes 5 am Bahnhof, das ehem. Ratscafe am Markt (»Deutsches Haus«) und die ehem. Kunstgewerbeschule am Wandrahm verdanken. Die repräsentative, breit gelagerte, zweigeschossige Klinkergebäudegruppe mit hohen Walmdächern zeigt den für Jacobs charakteristischen Einfluss des holländisch-niederdeutschen barocken Klassizismus des 17. und 18. Jahrhunderts in besonders schöner Ausprägung. Der Lloydbahnhof bewegt sich innerhalb des Spektrums der vom Heimatschutzgedanken bestimmten
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