Heft 
(2004) Bd. 1
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

Denkmalpflege in Bremen Heft 1

Gudrun Spengler

Die Sanierung des Hauptbahnhofs in Bremen

Bremer Hauptbalmhof nach der umfangreichen Sanierung 2001, erbaut 1886-1891

Ende 2001 wurde die umfangreiche Sanierung des Bremer Hauptbahnhofs abgeschlossen. Er­baut wurde das imposante Empfangsgebäude in den Jahren 1886-91 im Stil der Deutschen Renaissance. Das Bauwerk ersetzte den auf diesem Gelände seit 1847 befindlichen Han­noverschen Bahnhof. Schon seit 1872 plante die Hansestadt Bremen die Errichtung eines neuen Bahnhofes. Erste Pläne wurden 1873 von dem Bremer Architekten Heinrich Müller (1819-90) entwickelt, jedoch nicht verwirklicht. Nachdem im Jahre 1884 damit begonnen wur­de, die Gleisanlagen bis auf eine Höhe von ca.4,50 m anzuheben, wurde das Gebäude des Hannoverschen Bahnhofs 1885 abgerissen. Weitere Entwürfe von Müller kamen ebenfalls nicht zur Ausführung. Dafür wurde nun Hubert Stier (1838-1907), Architekt und seit 1879 Professor an der Technischen Hochschule

Hannover, mit der Planung beauftragt. Nach seinen Plänen war bereits 1876-79 der Haupt­bahnhof in Hannover gebaut worden. Hier entstand erstmals ein Durchgangsbahnhof mit höher gelegtem Gleiskörper, der es, wie später auch beim Bremer Hauptbahnhof, er­möglichte, vom Empfangsgebäude aus durch Tunnel und Treppen gefahrlos die Gleise der eisernen Bahnsteighalle zu erreichen. Diese Funktionalität, verbunden mit der Architek­tur des Historismus, wurde zum Vorbild der Bahnhofsarchitektur der damaligen Zeit in Deutschland. Schon bald nach Hannover wurde dieses Prinzip bei weiteren Bahnhöfen, als nächstes, 1878-83, beim Hauptbahnhof in Strassburg, später, um 1888, beim Düsseldorfer Hauptbahnhof (beide nicht von Stier entwor­fen), verwirklicht. Weitere, nach Plänen von Stier erbaute Bahnhöfe wie Hildesheim, 1884,

56