Von den Leidenschaften.
,,^er Mensch muß gegen seine Leidenschaften „kämpfen und sie zu unterdrücken suchen " ! rufen unsre Tlieologen uns unaufhörlich zu. Allein ehe wir sie so grade zu auf ihr Wort verdammen, halte ich es für ungleich schicklicher, daß wir zuvor ihre Nutzbarkeit oder ihren Nachtheil untersuchen. Die Moral der Theologen ist oft sehr verschieden von derjenigen des Bürgers, ihr Endzweck ist nicht derselbe, wie können es ihre Vorschriften seyn?
Um die Frage, ob die Leidenschaften des Menschen nützlich oder schädlich sind, mit einiger Deutlichkeit auseinander zu setzen, ist es durchaus nöthig, daß wir uns einen klaren Begriff von ihrem Ursprünge machen müssen. Unsre Leidenschaften entspringen alle, ohne Ausnahme , aus einer einzigen Quelle, nemlich aus
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