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Kleine Aufsätze für Bürger / von Braubach
Entstehung
Seite
54
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Von den Leidenschaften.

,,^er Mensch muß gegen seine Leidenschaften kämpfen und sie zu unterdrücken suchen " ! rufen unsre Tlieologen uns unaufhörlich zu. Allein ehe wir sie so grade zu auf ihr Wort verdammen, halte ich es für ungleich schicklicher, daß wir zuvor ihre Nutzbarkeit oder ihren Nach­theil untersuchen. Die Moral der Theologen ist oft sehr verschieden von derjenigen des Bürgers, ihr Endzweck ist nicht derselbe, wie können es ihre Vorschriften seyn?

Um die Frage, ob die Leidenschaften des Menschen nützlich oder schädlich sind, mit eini­ger Deutlichkeit auseinander zu setzen, ist es durchaus nöthig, daß wir uns einen klaren Be­griff von ihrem Ursprünge machen müssen. Un­sre Leidenschaften entspringen alle, ohne Aus­nahme , aus einer einzigen Quelle, nemlich aus

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