Wnsserverkehr. —
Postverkehr.
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Der Küstenverkehr auf unsern Grenzseen ist noch außerordentlich geringfügig, kommt indessen auf dem Viktoriasee doch schon mehr in Betracht als auf den beiden andern großen Süßwassermeeren. Der regelmäßige Verkehr aus dem Njassasee wird vou deutscher Seite nur durch den Dampfer „Hermann v. Wissmann" besorgt, auf dem Tanganikasee ist auf deutscher Seite der Dampfer „Hedwig v. Wissmann" tätig, während auf dem Viktoriasee der Küstenverkehr durch einige kleinere deutsche Dampfer und eine Anzahl Daus, der Fernverkehr durch mehrere englische Dampfer vermittelt wird.
III. Der PostVerkehr.
An Postämtern besitzt Deutsch-Ostafrika je eines in Dar- essalam und in Tanga, neben ihnen aber noch eine größere Anzahl von Postagenturen, so daß an postalischen Abfertigungsstellen im Jahre 1909 zusammen 40 vorhanden waren, von denen nicht weniger als 28 an das internationale Telegraphennetz angeschlossen waren. Wie groß auf diesem Felde des Verkehrs die Fortschritte der letzten Jahre gewesen sind, ergibt sich am besten aus folgendem, auf einheitlichem Maßstabe beruhenden Vergleich. Im Jahre 1901 kamen auf je eine Poststelle innerhalb des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes 40 000 q1<m, währeud im letzteu Berichtsjahre schon auf je 24 900 eine solche gerechnet werden konnte. Auch au dac! Telegraphenuetz der Erde waren 1901 erst 11 Orte angeschlossen. Noch mehr wird die Verbesserung der postalischen Verbindungen dadurch veranschaulicht, daß im Jahre 1901 erst 3 Orte des Innern, deren entferntester Mpapua war, mit Telegraphenstationen versehen waren. Im Jahre 1910 dagegen lagen bereits 19 im Innern und die telegraphische Verbindung erreichte an mehreren Stellen den Tanganika und den Viktoriasee.