Pflauzeuforineu.
35
Die Pflanzenwelt.
Die in Ostafrika verbreiteten Gewächse höherer Ordnung gehören vorwiegend den Tropenzonen der Erde an, doch finden sich daneben, namentlich in den trockenen Gegenden, auch mancherlei Pflanzen, denen wir in den außertropischen Ländern des Weltteiles begegnen. Zu ihnen gesellen sich wiederum mancherlei Erscheinungen, welche den Hochregionen ihr eigentümliches Gepräge verleihen. Am Meeresufer begegnen uns die Mangrovewälder der heißen Zone, unter den Palmen findet sich in der Nähe des Meeres die schönste von ihnen, die Kokospalme, in ausgedehnten Beständen. Die Borassus- und die Raphiapalme, sowie die Kautschuk liefernden Landolphien vervollständigen das Bild, in dem auch die Phönix bisweilen erscheint. Daneben enthalten die Waldungen der mittelhohen Gebirge sowie die der Niederungen den Kopalbaum. Tamarinden, Ficusarten und zahlreiche andere Holzgewächse bilden ebenfalls einen Bestand der Wälder, zu denen in den luft- und regenfeuchten Gebieten sich Bambus und mächtige Farndickichte gesellen. In bodenfeuchten Landschaften, wie an Flüssen und Seen, treffen wir auf Papyrusbestände, während in den trockneren Flächen der Riese der afrikanischen Pflanzenwelt, der Baobab, nebst Dumpalmen, Akazien und streckenweis mit Dornbuschbeständen den Charakter der steppenartigen Graslandschaften bestimmt. Wieder anders stellen sich die das landschaftliche Bild im Hochgebirge bestimmenden größern Pflanzenformen dar. Dort, wo z. B. am Kilimandscharo, der eigentliche Hochgebirgswald erst in mehr als 2000 m beginnt, sind die Bäume nach H.Meyer niedriger und näher dem Boden verästelt. In seinen höchsten Teilen finden sich Ericaceen.
Durch außerordentlich dichte Unterbestände zeichnet sich aber auch der untere tropische Gebirgswald, wie z. B in Usambara aus.