Päffgen - Mittelalterliche Bisehofsgräber und die Domgrabung in Bremen
Bernd Päffgen
Mittelalterliche Bischofsgräber und die Domgrabung in Bremen
Die Vortragsreihe zur Ausstellung »Bremen und Skandinavien«, die im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres Bremen als Erzbistum mit päpstlichem Missionsauftrag für den Norden fokussiert und Bremen als sogenanntes »Rom des Nordens« darstellt, tut gut daran, auch die Stellung der hauptverantwortlichen Bischöfe und Erzbischöfe zu reflektieren. 1 Für Bremen stehen über die Domgrabung mit den Gräbern der Bischöfe und Erzbischöfe besondere archäologische Zeugnisse zur Verfügung, die es näher einzuordnen und zu bewerten gilt.
Mittelalterliche Gräber von Bischöfen und Erzbischöfen
In der mittelalterlichen Gesellschaft war der Bischof von elementarer Bedeutung, die weit über die geistliche Funktion hinausging. Dies galt in Skandinavien ebenso wie im Reich. Bischöfe waren im Mittelalter nicht nur in ihrer Diözese wirkende kirchliche Größen; sie konnten sich in der Mission engagieren, besaßen wirtschaftliche und politische Macht, konnten Stadt- und Burgherren sein, kirchliche und weltliche Bauprojekte realisieren, in engem Kontakt zum Herrscher stehen, in der Reichsverwaltung tätig sein und ab dem 13. Jh. neben ihrem geistlichen Amt auch als Territorialherren regieren und agieren. 2
Die Stellung spiegelt sich auch im bischöflichen Bestattungsort, im Bestattungsritual, dem Grabdenkmal, der Grabform sowie einer speziellen Bestattungs- und Beigabensitte, worauf im Folgenden weiter einzugehen ist.
Den Typ des spätmittelalterlichen Kirchenfürsten verkörpert beispielsweise der 1320 im
Mainzer Dom bestattete Erzbischof Peter von Aspelt 3 . Sein steinernes Grabmal zeigt den Reichspolitiker als Königsmacher, der in seiner 14-jährigen Amtszeit drei Könige krönte. Zu sehen ist der Erzbischof im Pontifikalornat mit dem Pallium, dem Pluviale und der Mitra sowie dem Krummstab als Insignie. Dargestellt ist einerseits der zu Lebzeiten agierende Erzbischof,
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Steinernes Grabdenkmal fiir Erzbischof Peter von Aspelt im Mainzer Dom