Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
423
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Malaria.

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Nicht selten sieht man bei älteren Afrikanern, die eine Reihe von Perniciosa- alißioß anfällen durchgemacht, ein leichtes Nachlassen der Intelligenz und vor allem Nach- 9eeßl lassen des Gedächtnisses. Letzteres konnte auch ohne Störung der Intelligenz iojIiot Vorkommen, war aber für die Betreffenden äußerst lästig. Stets kehrte im Laufe Bgrtrio einiger Monate nach Rückkehr in die Heimat das Gedächtnis allmählich wieder.

B. Affektionen lokalisierter Herde im Gehirn

\ bni» sind bei Fällen von Hemiplegie mit und ohne Aphasie bzw. Aphasie an- itenirs zunehmen (vgl. Fälle von Mine, Literatur).

Dieselben sind relativ häufig. Seltener sind die Paraplegieen bzw. Monoplegieen. V bj9<L Das Verhalten der Sensibilität und die Natur der Lähmung, ob schlaffe oder starre, kann :ni9 ni in einzelnen Fällen verschieden sein, wie auch bei anderen Fällen von Hirnläsionen. Nur n9Ü9e selten sind diese Malarialähmungen intermittierender Natur, meistens mehr oder weniger adield bleibend. Auch die Symptome von Wernickes Poliencephalitis acuta sind nach Malaria angeblich gesehen worden.

C. Affektionen der Medulla oblongata, des Rückenmarks und der

peripheren Nerven.

i I ' Bulbäre Erscheinungen sind von Marchiafava und Bignami mehrfach beob- eJxioß achtet worden, auch Sprachstörungen und Paralyse beider Nervi faciales 1 hm/ und des hypoglossus.

Deütmann sah bei Perniciosa einseitige Hvpoglossus-Parese mit Dysarthrie und ixidA Ataxie im linken Arm, Pansini ebenfalls Anarthrie bei akuter Malaria, Luzatto bulbäre Erscheinungen bei Tertiana Simplex.

,i Disseminierte Herde. Die klinischen Erscheinungen der multiplen

ofilR Sklerose sind relativ häufig beobachtet worden. Dieselben können sowohl inter- kltim mittierendes Verhalten zeigen, indem sie nur während der Anfälle auf treten, wie S9ib dies auch Kiewiet de Jonge in einem Falle von Tertiana sah, als auch erst nach msl> dem Schwinden der akuten Infektion. Die Hauptsjmptome sind bekanntlich rteyH Nystagmus, skandierende Sprache, Intentionszittern und Steigerung der Reflexe.

In einem Falle von Torti und Angelini kam es zu dem klinischen Bilde der iilmri multiplen Sklerose bei einem Franken nach 3 monatlicher Malariainfektion. Bei energi- lerioa scher Chinintherapie schwanden die Symptome zugleich mit den Parasiten, um bei einem uis9.fl Rezidive wieder aufzutreten.

Bei Erkrankungen des Rückenmarks kommt es nach Mannabeiig id'i9v verhältnismäßig am häufigsten zu Paraplegien der unteren Extremi­st kt täten, die oft mit Sensibilitätsstörung und zuweilen mit Mastdarm- und Blasen-

niikl lähmung kompliziert sind. Laveran sah in einem mikroskopisch festgestellten

ßlnM Malariafalle Paraplegie ohne Sensibilitätsstörungen und ohne Blasen- und Mastdarm-

rmlkl lähmung.

Ich selbst beobachtete einen Fall von Paraplegie beider Beine mit Blasenlähmung r bmr und Urinretention bei einem kräftigen, moribund eingelieferten Dualaneger. Derselbe hatte

Didaj, jahrelang in dem hoch und gesund gelegenen Hinterlande des Handels halber gelebt

Jjflu und war nach Rückkehr in die malariaverseuchte Ebene unter hohem Fieber erkrankt. Es

;ta9d bestand Coma. Die Blutuntersuchung ergab Perniciosa.

Leider durfte die Sektion nicht gemacht werden, und es ist die Malarianatur des >IbsT Falles doch nicht ganz klar, da der positive Blutbefund ev. ein zufälliger war. Fälle

dov von Blasenlähmung bei Comatösen sind durchaus nicht selten.

Polyneuritis. Ulogner beschrieb sechs Fälle von Polyneuritis in Samarang,