Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
234
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rungen überlebender Makrogametocyten, die in einer von neuem beginnenden Ver­mehrung durch Schizogonie gipfeln. Es bestehen in dieser Beziehung bei den Malariaparasiten ähnliche Verhältnisse, wie wir sie bereits bei Haemoproteus kennen gelernt haben : die Makrogametocyten haben im Leben der Parasiten nicht nur Be­deutung als Geschlechtsformen, sie stellen außerdem auch die Latenzformen oder Dauerformen dar, Formen, die der Parasit annimmt, um gewissen Schädlichkeiten zu entgehen, und die er so lange beibehält, bis die Gelegenheit zur Weiterentwick­lung durch Teilung wieder günstiger und infolge dieser neu einsetzenden Vermeh­rung der Parasiten die Latenzperiode der Krankheit von dem Rezidiv abgelöst wird.

Diese Bedeutung der Makrogametocyten als Latenzformen ermöglicht die Berech­nung ihrer Lebensdauer aus dem Zeitpunkt des Auftretens der Rezidive und nach dem von Leyden publizierten Falle eines ausnahmsweise spät aufgetretenen Rezidives scheint die Lebensdauer der Makrogametocyten gelegentlich bis zu 3 Jahren betragen zu können.

Die von den Makrogametocyten ausgehende Vermehrung ist von Schaudinn speziell beim Tertianparasiten verfolgt, Sie erfolgt hier in einer an die gewöhn­liche Schizogonie erinnernden Weise durch multiple Teilung, unterscheidet sich je­doch von der gewöhnlichen Schizogonie durch die Bildung eines größeren Rest­körpers, welcher auch einen Teil des ursprünglichen Makrogametocytenkernes ent­hält. Also nicht der Makrogametocyt selbst schreitet direkt zur Vermehrung, derselbe wandelt sich vielmehr erst unter Einbüßung eines Teiles seines Plasmas und seines Kernes zu einer vermehrungsfähigen Form um, die ich wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Schizonten als Gametoscliizont bezeichnen will (vgl. Taf. VII Fig. C, 13 c und 14 c).

Nach Schaudinn s früherer Schilderung sollte die Umwandlung des Makrogameto­cyten zum Gametoschizonten vermittelst einer inäqualen Kernteilung erfolgen. Einer der beiden hierbei entstehenden Tochterkerne sollte dann dem Restkörper verbleiben, der andere den sich später weiter teilenden Gametoschizontenkern darstellen. Später ist Schaudinn jedoch zu der Auffassung gelangt, daß die Kernveränderungen sehr viel kom­plizierter sind und Ähnlichkeit mit den bereits früher (S. 157) geschilderten Verhältnissen bei Haemoproteus erkennen lassen.

Jedenfalls können wir auch bei den Malariaparasiten ähnlich wie bei Haemo­proteus von einer Rückbildung der Makrogametocyten sprechen, von einem Zurücksinken auf den Schizontenzustand (Schaudinn), welches mit dem Verlust der Geschlechtsmerkmale verbunden ist. Die sich dann anschließende Schizogonie bietet gegenüber der Schizogonie der gewöhnlichen Schizonten keine wesentlichen Besonderheiten (vgl. Taf. VII Fig. C, 15 c17 c).

3. Reifung und Befruchtung der Geschlechtsformen im

31 ii ckemnage n.

Gelangen die Gametocyten in den Darmkanal einer geeigneten Mücke, so machen sie dort einen besonders von Schaudinn näher untersuchten Reifungsprozeß durch, welcher zur Bildung der befruchtungsfähigen Gameten führt und von dem durchaus analogen Reifungsprozeß der Gametocyten von Haemoproteus (vgl. S. 150 IT.) nur in einigen Details abweicht. Soweit nicht bereits die noch unreifen Gameto­cyten rund sind, vor allem also bei den Halbmonde bildenden Malariaparasiten, er­folgt als Beginn der Reifungserscheinungen zunächst wieder die Abrundung. Als­dann bildet der Mikrogametocyt auf Grund einer Teilung seines Kernes 48 Mikro­gameten, während der Makrogametocyt sich vermittelst einer Kernreduktion zum befruchtungsfähigen Makrogameten umwandelt. Während allerdings bei Haemoproteus die Reduktionskörper im Plasma des Makrogameten verbleiben, tritt bei Plasmodium