rungen überlebender Makrogametocyten, die in einer von neuem beginnenden Vermehrung durch Schizogonie gipfeln. Es bestehen in dieser Beziehung bei den Malariaparasiten ähnliche Verhältnisse, wie wir sie bereits bei Haemoproteus kennen gelernt haben : die Makrogametocyten haben im Leben der Parasiten nicht nur Bedeutung als Geschlechtsformen, sie stellen außerdem auch die Latenzformen oder Dauerformen dar, Formen, die der Parasit annimmt, um gewissen Schädlichkeiten zu entgehen, und die er so lange beibehält, bis die Gelegenheit zur Weiterentwicklung durch Teilung wieder günstiger und infolge dieser neu einsetzenden Vermehrung der Parasiten die Latenzperiode der Krankheit von dem Rezidiv abgelöst wird.
Diese Bedeutung der Makrogametocyten als Latenzformen ermöglicht die Berechnung ihrer Lebensdauer aus dem Zeitpunkt des Auftretens der Rezidive und nach dem von Leyden publizierten Falle eines ausnahmsweise spät aufgetretenen Rezidives scheint die Lebensdauer der Makrogametocyten gelegentlich bis zu 3 Jahren betragen zu können.
Die von den Makrogametocyten ausgehende Vermehrung ist von Schaudinn speziell beim Tertianparasiten verfolgt, Sie erfolgt hier in einer an die gewöhnliche Schizogonie erinnernden Weise durch multiple Teilung, unterscheidet sich jedoch von der gewöhnlichen Schizogonie durch die Bildung eines größeren Restkörpers, welcher auch einen Teil des ursprünglichen Makrogametocytenkernes enthält. Also nicht der Makrogametocyt selbst schreitet direkt zur Vermehrung, derselbe wandelt sich vielmehr erst unter Einbüßung eines Teiles seines Plasmas und seines Kernes zu einer vermehrungsfähigen Form um, die ich wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Schizonten als Gametoscliizont bezeichnen will (vgl. Taf. VII Fig. C, 13 c und 14 c).
Nach Schaudinn s früherer Schilderung sollte die Umwandlung des Makrogametocyten zum Gametoschizonten vermittelst einer inäqualen Kernteilung erfolgen. Einer der beiden hierbei entstehenden Tochterkerne sollte dann dem Restkörper verbleiben, der andere den sich später weiter teilenden Gametoschizontenkern darstellen. Später ist Schaudinn jedoch zu der Auffassung gelangt, daß die Kernveränderungen sehr viel komplizierter sind und Ähnlichkeit mit den bereits früher (S. 157) geschilderten Verhältnissen bei Haemoproteus erkennen lassen.
Jedenfalls können wir auch bei den Malariaparasiten ähnlich wie bei Haemoproteus von einer Rückbildung der Makrogametocyten sprechen, von einem „Zurücksinken auf den Schizontenzustand“ (Schaudinn), welches mit dem Verlust der Geschlechtsmerkmale verbunden ist. Die sich dann anschließende Schizogonie bietet gegenüber der Schizogonie der gewöhnlichen Schizonten keine wesentlichen Besonderheiten (vgl. Taf. VII Fig. C, 15 c—17 c).
3. Reifung und Befruchtung der Geschlechtsformen im
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Gelangen die Gametocyten in den Darmkanal einer geeigneten Mücke, so machen sie dort einen besonders von Schaudinn näher untersuchten Reifungsprozeß durch, welcher zur Bildung der befruchtungsfähigen Gameten führt und von dem durchaus analogen Reifungsprozeß der Gametocyten von Haemoproteus (vgl. S. 150 IT.) nur in einigen Details abweicht. Soweit nicht bereits die noch unreifen Gametocyten rund sind, vor allem also bei den Halbmonde bildenden Malariaparasiten, erfolgt als Beginn der Reifungserscheinungen zunächst wieder die Abrundung. Alsdann bildet der Mikrogametocyt auf Grund einer Teilung seines Kernes 4—8 Mikrogameten, während der Makrogametocyt sich vermittelst einer Kernreduktion zum befruchtungsfähigen Makrogameten umwandelt. Während allerdings bei Haemoproteus die Reduktionskörper im Plasma des Makrogameten verbleiben, tritt bei Plasmodium