Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten. 225
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Seitdem haben über neuere Funde vor allem noch Galli-Valerio und die Brüder Sergent (in ihren auf S. 169 f. zitierten Arbeiten) berichtet.
b) Schließlich sind hier noch einige wenig bekannte Parasiten von Fledermäusen anzuführen, für die je nach dem Vorhandensein oder Fehlen hämatogenen Pigmentes zwei besondere Gattungen gebildet worden sind, welche zusammen drei hauptsächlich von Dionisi untersuchte Arten enthalten: Polychromophiliis murinus Dion, aus dem Blute von Vespertilio murinus, Polychromophiliis melanipherus Dion, aus dem Blute von Miniopterus schreibersi und Achromaticus vesperuginis aus dem Blute von Fledermäusen der Gattung T esperugo. Ziemann hat auch in einem fliegenden Hunde Blutparasiten, die zu den Plasmodiden gehören könnten, gefunden, ohne jedoch nähere Angaben über dieselben zu machen.
c) Der Zellparasitisinus der Malariaparasiten.
Die Frage, ob die Malariaparasiten in oder nur auf den Erythrocyten schmarotzen, ist vielfach diskutiert worden. Die sich in dieser Frage schroff gegenüberstehenden Gegensätze haben noch kürzlich in der Stellungnahme von Schaudinn einerseits, der den ausschließlich intraglobulären Sitz der Parasiten dargetan zu haben glaubte, Panichi und Argutinski andererseits, die für ein ausschließlich extraglobuläres Haften an den Erythrocyten eintraten, ihren Ausdruck gefunden. Es scheint aber, als wenn die Frage in dieser Allgemeinheit unrichtig gestellt war, als wenn ähnlich wie bei Haemoprotciis noctucie (vgl. S. 141) intra- und extrazelluläre Formen nebeneinander Vorkommen.
Daß wenigstens ein Teil der Trophozoiten (vgl. S. 86) der Plasmodien vom ersten Beginn ihrer Wachstumsperiode an im Inneren der Erythrocyten schmarotzt, ist durch Sciiaudinn’s Untersuchungen einwandfrei bewiesen worden, indem das Eindringen der Jugendformen (Sporozoiten bzw. Merozoiten) direkt unter dem Mikroskop am lebenden Objekt verfolgt wurde.
Fig. 52.
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Eindringen des Sporozoiten des menschlichen Tertianparasiten in den Erythrocyten.
(Nach Schaudinn.)
Die weiter unten genauer besprochenen Bewegungen der weiblichen Sporozoiten, welche in gleitenden Vorwärtsbewegungen, seitlichen Krümmungen und peristaltischen Kontraktionen bestehen, sind offenbar sehr gut geeignet, das Einbohren in andere Körper zu erleichtern und Fig. 52 veranschaulicht die Art und Weise, wie dieses tatsächlich beobachtete Eindringen in den Erythrocyten erfolgt. Fig. 52 a zeigt als Anfangsstadium einen Sporozoiten, dessen Spitze in den Rand des Erythrocyten ein w r enig eingesenkt ist. Im Gegensatz zu anderen in der Nachbarschaft sich lebhaft umherbewegenden Sporozoiten war dieser ganz ruhig und gerade gestreckt, ließ sogar, wenn von anderen Sporozoiten angestoßen, nur passive Bewegungen erkennen und wurde bei einer kleinen, das Blutkörperchen etwas mitziehenden Strömung wie ein schlaffer Faden nachgeschleppt. Einige Sekunden später war dann aber eine langsam über den Körper des Sporozoiten von vorn Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. III. 15