Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
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Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten.

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wachsener Schizonten ungefähr dem der Erythrocyten entsprechend, ihn aber nicht übertreffend. Befallener Erythrocyt nicht merklich verändert. Bei der im peripheren Blute anscheinend nicht seltener als in inneren Organen erfolgenden Schizogonie sind die in Bildung begriffenen Merozoiten häufig in verhältnismäßig regelmäßiger rosettenförmiger Anordnung um einen zentralen Pigmenthaufen angeordnet. Zahl der Merozoiten 612, sehr selten 14, besonders häufig 8. Gametocyten rundlich und kaum beweglich, wesentlich largsamer wachsend als die Schizonten. Mikro- gametocyten ungefähr von der Größe der Schizonten, Makrogametocyten etwas größer.

3. Plasmodium vivax (Gr. et Fel.), Tertianparasit des Menschen.

Synonyme: Haemamoeba vivax Gr. et Fel. 1890, Plasmodium malariae var. ter- tianae Celli et Sanf. 1891, Haemamoeba laverani var. tertiana Labbä 1894, Haemo- sporidium tertianum Lewkowiz 1897, Plasmodium malariae tertianum Labb£ 1899. Haemamoeba malariae var. magna Lav. 1900 e p., Haemamoeba malariae var. tertianae Lav. 1901.

Dauer der Schizogonie 48 Stunden, kann (bei entsprechendem Fieber) bis auf ca. 44 Stunden sinken. Amöboide Beweglichkeit der Schizonten besonders groß, infolgedessen die Formen der Schizonten sehr wechselnd und unregelmäßig. Nah­rungsvakuole der jungen Schizonten nicht so auffällig groß wie bei Laverania malariae. Durchmesser der erwachsenen Schizonten nicht hinter dem des normalen Erythrocyten zurückbleibend und nicht selten das IV 2 fache desselben erreichend, da der befallene Erythrocyt stark aufquillt bei gleichzeitiger Entfärbung und Auf­treten der ScHÜFFNERschen Tüpfelung. Schizogonie erfolgt anscheinend im peri­pheren Blute nicht seltener wie in inneren Organen und zeigt nie die bei Plas­modium malariae zu beobachtende regelmäßige Rosettenform. Zahl der Merozoiten 1420, seltener 12, 22 oder 24, auch innerhalb der angegebenen Grenzen liegende ungerade Zahlen sind selten, besonders häufig dagegen ist die Zahl 16. Gameto­cyten rundlich, wenig beweglich. Mikrogametocyten ungefähr ebenso groß wie die Schizonten. Makrogametocyten etwas größer, den doppelten Durchmesser der normalen Erythrocyten erreichend. Dauer des Wachstums der Gametocyten ca. 96 Stunden.

2. Den menschlichen Malariaparasiten ähnliche Parasiten von Säugetieren und Vögeln.

a) Arten der Gattung Plasmodium.

4. Plasmodium koclii (Lav.).

Dem Tertianparasiten ähnlicher Blutparasit afrikanischer Affen. Von Kossel bei Meerkatzen und Pavianen nicht selten gefunden, aber nur im Gametocytenzustand. Bei den in Europa gefangen gehaltenen Affen werden die Parasiten allmählich seltener, um schließlich ganz zu schwinden.

Zu derselben Art rechne ich auch einen Parasiten des Tschimpansen, den Ziemann in Kamerun gefunden und mir zur Untersuchung überlassen hat (vgl. Taf. VIII Fig. 2932). Hier waren auch Schizonten vorhanden, deren amöboide Beweglichkeit etwas weniger lebhaft zu sein scheint, wie beim Tertianparasiten. Die jungen Ringe erinnern lebhaft an den Perniciosaparasiten des Menschen.

5. Plasmodium spec.

Von Vassal in Annam in Sciurus griseomanus Miln.-Edw. gefunden.

Junge Schizonten in Gestalt zarter, an den Perniciosaparasiten erinnernder Ringe. Gametocyten rund. Keine ScHÜFFNERsche Tüpfelung der Erythrocyten.

Überimpfung auf einen Menschen wurde mit negativem Resultate versucht. Ebenso­wenig gelang die Uberimpfung auf 3Iakaken, Kaninchen, Meerschweinchen und Tauben.