Periode der Vermehrung eine Hungerperiode folgt. Treten wieder günstigere Lebensbedingungen auf, so kann die Agglomeration sich wieder lösen. Andernfalls bleibt sie bis zum Tode und Zerfalle der Parasiten bestehen.
Darauf, daß diese Agglomeration mit den Geißelenden erfolgt, und daß die Parasiten sich auch stets mit diesem selben Ende festsetzen, hat Sohaüdinn die Annahme gestützt, daß dieses Geißelende das Vor der ende der Parasiten darstelle. Nach dem auf S. 95 Gesagten glaube ich jedoch, daß Sciiaudinn hierbei die Bedeutung der Agglomeration doch wohl etwas überschätzt hat. Trotzdem halte auch ich das Geißelende für das Vorderende des Haemojn'otcus noctuae und stütze mich hierbei im Anschluß an Prowazek auf die vorstehend besprochene Art, wie der Geißelapparat entwickelt wird.
Ähnlich wie bei Herpetumonus, Crithidia und bei Trypanoxoon lewisi können auch bei Ilaemoproteus noctuae die frei beweglichen indifferenten Trypanosomenformen unter Rückbildung ihres Geißelapparates in gregari neu ähnliche Ruheformen übergehen. Diese sind auf Taf. VI, um das Bild nicht zu sehr zu komplizieren, nicht eingetragen worden. Sie sind aber für die Lebensgeschichte der Art um so wichtiger, als ganz wie bei Herpetomonas und Crithidia nicht nur diese Ruheformen sich durch Neubildung eines Geißelapparates wieder zu Trypanosomenformen umgestalten können, sondern auch die Vermehrung der Parasiten durch Zweiteilung im Ruhezustand ebensogut stattfinden kann wie im Trypanosomenzustand. Durch diese letztere Eigentümlichkeit unterscheiden sich auch die in der Mücke schmarotzenden Ruheformen wesentlich von den halteridienförmigen Ruhezuständen im Vogelblut.
Nahrungsmangel scheint den Übergang der Trypanosomenform zur Ruheform zu begünstigen. Jedenfalls fällt die Zeit dieses Übergangs besonders oft mit dem Ende der Verdauung des von der Mücke gesogenen Blutes zusammen und im leeren Mückendarm findet man fast nur am Epithel festsitzende Ruheformen. Näheres hierüber folgt bei Besprechung der Wanderung der Parasiten durch den Mückenkörper (vgl. S. 165ff.).
2. Die weiblichen Trypanosomenformen.
Die Ookineten von Haemoproteus noctuae , aus denen sich weibliche Individuen entwickeln, scheinen außer durch den Reservestoffreichtum ihres Plasmas auch noch dadurch charakterisiert zu sein, daß ihr Kern im Verhältnis zum ganzen Zellkörper etwas kleiner ist als bei den indifferenten Formen. Die erste Teilung des Kernes erfolgt in derselben Weise wie bei letzteren und führt wieder zur Bildung zweier verschieden großer Kerne (vgl. Taf. VI Fig. 21 w). Dann aber sclüägt die Entwicklung andere Bahnen ein. Der kleinere der beiden Kerne wird* nicht zu dem den Geißelapparat ausbildenden Bfepharoblasten, sondern läßt durch drei rasch aufeinander folgende Zweiteilungen acht kleine Kerne aus sich hervorgehen, welche in den hinteren Körperabschnitt rücken (vgl. Taf. VI Fig. 22 w) und durch eine nochmalige, jetzt aber ungleichpolige Teilung in je zwei verschieden große, miteinander in Verbindung bleibende Kerne zerfallen (vgl. Taf. VI Fig. 23 w). Die so entstandenen acht Doppelkerne gehen dann aber bald durch Resorption zugrunde, indem sie zunächst kleiner werden, alsdann zerfallen und schließlich völlig verschwinden (vgl. Taf. VI Fig. 24 w).
Während dieser zum schließlichen Untergang führenden Veränderungen des einen der beiden durch die erste Kernteilung entstandenen Kerne hat aber auch der andere, von Anfang an größere Kern sich nochmals geteilt und zwar wiederum ungleichpolig (vgl. Taf. VI Fig. 23 w). Von den hierbei entstehenden, ungleich großen Kernen wird der eine zum Hauptkern, der andere kleinere zum Blepharo- blasten. Die Entwicklung des Geißelapparates vom Blepharoblasten aus erfolgt in derselben Weise wie bei den indifferenten Trypanosomenformen (vgl S. 155). Die