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Die neue Aera der deutschen Kolonialpolitik / von Hugo Böttger
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Natürlich spielt bei diesen Kolonialbahnen eine große Anzahl von andern Fragen noch mit, welche die Prosperität der Unternehmungen beeinflussen. So vor allem auch Fragen der Technik. Indessen kommt Zeit, kommt Rat, kommt Vertrauen, kommt das Privat­kapital, festigt sich der Wille des Parlaments, mit einer wirklichen Verkehrspolitik in unsern Kolonien Ernst zu machen, so wird es an den Technikern, In­genieuren und Finanzpraktikern vermutlich nicht fehlen, welche aus der Unzahl von vorhandenen Plänen die für unsere Schutzgebiete vorteilhaftesten und notwen­digsten auszuwählen verstehen.

V.

Ausblick.

Ms usgangspunkt unserer Betrachtung war, daß <Ä^> Deutschland Übersee- und Kolonialpolitik braucht, weil es seine Kulturbetätigung mit dem starken Ge­burtenüberschuß nicht allein in der Heimat anbringen kann. Unsere wirtschaftliche und nationale Stellung im Kreise der Völker fordert Kolonialbesitz, und die Krisis, die wir gegenwärtig zu bestehen haben, ist keine hoffnungslose deutsche Krankheit, sondern ein Übergangszustand administrativer und finanztechnischer Schwierigkeiten, die keinem Kolonisationsvolke erspart geblieben sind, die eben als Kraftmesser für die na­tionale Leistungsfähigkeit dienen, die aber weit über diesen sporterziehlichen Wert hinaus uns lehren und zwingen, unsere wirtschaftspolitische Zukunft sicherzu­stellen. Auch ein Sozialdemokrat vom Kaliber des Reinmarxisten Parous^) ist sich über die landwirt-

Die Kolonialpolitik und der Zusammenbruch. Leipzig, 1907.

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