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zu möglichst günstigen Bedingungen zu beschaffen, und schlägt er weiter vor, die private Unterstützung durch Gründung der Besiedelungsgesellschaften auszubauen, eine Angelegenheit, der sich ja das Kolonialwirtschaftliche Komitee bereits angenommen hat. Auch für die nötige Propaganda sei durch Prospekte, Flugschriften, Auskunftserteilung usw. zu sorgen. Energie tut not. Schon nimmt in Ostafrika die indische Einwanderung zu, der Warenhandel und das Geldgeschäft ist zum beträchtlichen Teil den Jndiern zugefallen. In unserm Südseebesitz beginnt der Japaner einzudringen, so daß hier wie dort möglicherweise andere Völker ernten, was wir gesäet haben.
Soviel geht aus den bisherigen Beobachtungen hervor, daß wir gar keine Veranlassung haben, die Flinte ins Korn zu werfen und die deutschen kolonialen Unternehmungen auf Abbruch zu verkaufen. Ein- und Ausfuhr heben sich konstant und geben vielen Deutschen Arbeits- und Gewinngelegenheit; sie eröffnen Perspektiven, die uns eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Auslande, was die Kolonialprodukte angeht, für die Zukunft gewährleisten können. Die Besiedelung geht langsam und sicher voran, so daß in der Tat unser kolonialpolitisches Programm sich zu verwirklichen beginnt.
KSN
II.
Kritik der Kolonialpolitik.
eit Jahren erlebten wir an unserer Kolonialpolitik wenig Freude. Die Kritik in der Presse und im Parlamente hatte die Führung. Die Nackenschläge in Südwestafrika stimmten den Enthusiasmus, wo er noch vorhanden war, herab; die Kultivierungserfolge hielten nicht Schritt mit den bösen Nachrichten, und so be-
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