I.
Warum treiben wir Kolonialpolitik?
arte kolonialpolitische Kämpfe liegen hinter uns,
große Aufgaben vor uns. Eine ungemein heftige und zersetzende Kritik im Parlament und in der Presse hatte das Volk zu der Frage geführt: sollen wir das Kolonisieren nicht lieber aufgeben, da wir kein Talent, keine geeignete Regierung, Verwaltung, Gesetzgebung dazu haben und da wir im Sande einer Unzulänglichkeit stecken bleiben, die bald Korruption, bald kapitalistische Ausbeutung, bald bureaukratische Selbstgefälligkeit und Selbstüberhebung, bald parlamentarisches Besserwissen und Nörgeln genannt wird? Kolonisationsgabe ist nun einmal die Kunst, den politisch eroberten Boden durch Einzelarbeit sicher zu stellen und die stets sich ergebenden Konflikte zwischen Eingeborenen und Ansiedlern, Staat und Privatkapital leidlich auszugleichen. Verstehen wir nichts von dieser Kunst, warum dann noch weitere Hunderte von Millionen in die Sandwüsten hineintragen und warum diese Wüsten mit dem teueren Menschenblut des Vaterlandes tränken und düngen, wo wir doch keine Früchte ernten werden? Daheim warten schönere und mehr Erfolg versprechende kulturelle und soziale Aufgaben, zu deren Lösung wir der Millionen bedürfen, welche wir heute auf Nimmerwiedersehen in die ungastliche Fremde tragen. So schallte es aus den Blättern und aus
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