Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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334
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Prof. Dr. A. Caemette.

mische Befund besteht in einer heftigen Entzündung des Magendarmkanals, dessen Schleimhaut braunschwarz verfärbt und gangränös erscheint.

Nach Corre wurden nach dem (fenuli von Srrranus ouatabili und S. creolus auf den Antillen Erbrechen, Durchfälle und Urticaria beobachtet.

Auch mehrere Arten von Spariden sind gesundheitsschädlich. Foster beschreibt Vergiftungen unter der Besatzung der .Resolution nach dem Genüsse von Sparus pagrus im Hafen von Mallicolo.

Im Y erdachte der Giftigkeit stehen ferner einige amerikanische Arten von Spltyre- niden, Sp. becuna und S.piciula und eine in den Gewässern von Pondichery vorkommende Gobioide, Gobius criniger. Zahlreiche Beobachter stimmen darin überein, dafi manche Fische zur Zeit, wo die Polypen der Korallen ihre Larven ausschicken, giftig werden oder am giftigsten sind, andere wiederum nehmen einen Zusammenhang mit der Laich­zeit an.

Takahashi und Inoko haben das Tetrodon-Gift durch Extrahieren der verschiedenen Organe mit Alkohol eingehend studiert. Besonders giftig fanden sie die Geschlechtsdrüsen.. Uber die Natur dieser Gifte ist jedoch noch wenig bekannt. Wahrscheinlich gehören sie zu einer Gruppe von Toxinen, welche gegen Wärme sehr widerstandsfähig sind. Sehr interessant wäre es, sie mit den Stotl'wechselprodukten gewisser Mikroben zu vergleichen z. B. des Bacillus pyocyanicus.

Die Behandlung besteht in Entleerung des Magens durch Magenpumpe oder Brechmittel, Anwendung von Stimulanzen und Einleitung künstlicher Atmung. Strychnin subkutan in Dosen von 0,002 empfiehlt Görtz.

Literatur.

1889 Bottard, Les poissons venimeux. Dissertation. Paris.

1902 Briot, Soc. de Biolog. 25., 10. u. 8./11.

1903 Derselbe, .Journal de Physiologie. März 1884 G ressin, Dissertation. Paris.

1902 Kobert, Uber Gifttische und Fischgifte. Vortrag im Rostocker 'Fischerverein.

VII. Hatrachia, 'Froschlurche.

Die Froschlurche sind wechselwarme, mit nackter Haut bedeckte YVirbeltiere, welche in der Jugend durch Kiemen, später durch Kiemen und Lungen oder durch Lungen, allein atmen und meist Eier legen. Die Gliedmaßen sind Beine oder fehlen.

Die Völker des Altertums fürchteten den Saft der Salamander und Kröten) als eines der gefährlichsten Gifte. In Wirklichkeit sind diese Tiere wenig gefähr­lich, denn es fehlt ihnen eine Waffe zur Übertragung des Giftes. Das Giftorgan liat seinen Sitz ausschließlich in den Parotiden und in der Haut und wird einfach aus mehreren miteinander verschmolzenen Drüsen in Form einer Tasche gebildet,, welche einen zähen, selbst für größere Tiere sehr giftigen Schleim von ekelerregen­dem Gerüche absondern.

Die Salamander gehören zur Ordnung der Urodclcn, Schwanzlurche oder Molche, deren Merkmal das Persistieren des Schwanzes ist. Ihr Körper ist plump- untersetzt. An den Seiten des Schwanzes sitzt eine Reihe von Drüsentaschen auf.

Die wichtigsten Arten des Salamanders sind: Salamandra atra, in den Alpen und zentraleuropäischen Bergen an der Schneegrenze bis zur Höhe von 3000 Metern vorkommend, S. maculosa, der Feuersalamander, Triton cristatus, der Kammmolch,. und Tr. marosatus, alles europäische Tiere.

Cnjptobranchus Sieboldia oder japonicus, der japanische Riescnsalamander, dessen Länge oft einen Meter überschreitet, ist auf seinem plumpen Körper und dem mächtigen Kopfe mit großen Warzen übersäet.