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Prof. Dr. A. Calmette.
Die Lachesis, Parzen, sind in Mittel- und Südamerika durch einige sehr gefährliche Arten vertreten, wie die berüchtigte Lachesis oder Bothrops lanceolatus, die Lanzenschlange (Fer de lance), auf Martinique und die Schararaca in Brasilien, welche bis 1 m GO cm lang werden kann. Der dreieckige Kopf ist sehr charakteristisch. Die Schlange lebt massenhaft in den Kaffee- und Zuckerrohrpflanzungen und dringt oft genug auf der Jagd nach Ratten in die menschlichen Wohnungen ein. Ihr Biß kostet allein auf Martinique alljährlich etwa hundert Menschen das Lehen.
Lachesis atrox oder Laharia steht der ebengenannten sein - nahe, ist nur von bedeutenderem Umfange und kommt in Guyana, ganz Brasilien, Paraguay, Uruguay und in Argentinien bis in die Umgegend von Buenos-Ayres vor.
Die Crotaias (Fig. 10) unterscheiden sich von den vorhergenannten dadurch, daß das Schwanzende eine Anzalil von großen, kegelförmigen Schuppen, oder Hornkegeln trägt, welche beweglich ineinander greifen, so daß ein knarrendes Geräusch entsteht, wenn die Schlange diese Rassel oder Klapper in Bewegung setzt, woher die Bezeichnung Klapperschlange, rattle - snake, serpent ä sonnettes stammt.
Die Klapperschlangen können über 1 Meter lang werden. Ihr Kopf ist platt, sehr dick, nach hinten verbreitert und läuft vorn in eine kurze stumpfe Schnanze aus. Sie sind mit riesigen Giftzähnen bewaffnet, deren Kanal fast in der ganzen Länge geschlossen ist.
Die Zahl der Hornkegel am Schwanzende wechselt, selten sind es mehr als achtzehn bis zwanzig. Während der Häutung fallen die Rasseln ab und wachsen sofort wieder nach, ohne daß ihre Anzahl einen Schluß auf daß Alter der Schlange gestattete, wie man lange Zeit glaubte. Die Crotalus bewohnen ausschließlich Amerika. Man zählt zahlreiche Arten, deren Verbreitungsgebiet von Karolinen, Texas und Kalifornien bis nach Brasilien sich erstreckt. Besonders findet man sie an trockenen und steinigen Stellen oder im Gestrüpp am Ufer der Wasserläufe. Die Klapperschlangen beißen nur, wenn sie überrascht oder angegriffen werden. Die wichtigsten Arten sind:
Crotaias conflucnsns, 1 m 20 cm bis 1 m 80 cm lang.
Crotaias darissas, die eigentliche Klapperschlange, über zwei Meter fang, mit längerer, mit dreifacher Reihe von Schildchen besetzter Schnauze, ein .Reptil von prachtvoller bläulichgrüner Färbung mit braunen rautenförmigen Flecken.
Crotaias horridas, Boiqaira der Brasilianer, Cascarella der Spanier, Schaaer- klapper, kleiner, kenntlich durch ein rostfarbenes Band längs der Wirbelsäule.
Die Yiperinae sind auf dem amerikanischen Festlande nicht vertreten.
II.
Giftdrüsen und Giftzähne der Schlangen.
Gewinnung des Giftes.
Die ungiftigen Schlangen sowohl wie die giftigen besitzen eine Ohrspeicheldrüse (Parotis) und Oberlippendrüsen, welche ein Gift abzusondern vermögen.
Bei den ersteren fehlen die Giftzähne, aus dem Folgenden aber wird ersichtlich,
Fig. 10.
Crotalus, Klapperschlange.