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Die deutsche Kolonialpolitik vor dem Gerichtshof der Welt : eine deutsche Antwort von Kolonialpolitikern und Missionaren
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Ein Brief an Staatssekretär Dr. Solf.

Berlin-Steglitz, 11. September 1918.

Humboldstr. 14 I.

An den

Staatssekretär des Reichs-Kolonialamts,

Herrn Wirkl. Geh.-Rat Dr. Solf, Exzellenz.

Berlin.

Euer Exzellenz!

Zu dem offenen Brief, den Frank Weston,. der Bischof der Britischen Universitäten-Mission in Zanzi­bar, unter dem 7. November 1917 an General Smuts gerichtet hat, um als angeblich berufener Vertreter der Eingeborenen gegen- die Rückgabe Deutsch-Ost­afrikas an Deutschland Einspruch zu erheben, kann auch die deutsche evangelische Mission nicht schweigen. Nicht nur deutsche, auch christliche, missio­narische Interessen werden durch sein skrupelloses Vor­gehen gefährdet. Die deutsche evangelische Mission hat sich von jeher so bewusst und streng auf ihre in der Heiligen Schrift ihr gewiesene religiös-sittliche Aufgabe beschränkt, dass es in unseren Kreisen schier unverständlich ist und sehr schmerzlich berührt, dass gerade ein Missionsbischof diese unwürdige, ja geradezu unwahrhaftige Rolle spielt, im Gewände edler Fürsorge für die Eingeborenen die Dienste politischer Eroberungssucht zu besorgen.

In England wird man sich freilich nicht gewun­dert haben, gerade von Bischof Weston einen solchen Brief zu lesen. Man ist es drüben von ihm gewohnt, dass

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