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Die deutsche Kolonialpolitik vor dem Gerichtshof der Welt : eine deutsche Antwort von Kolonialpolitikern und Missionaren
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die jemals in den deutschen Kolonien begangen wor­den sind.

Wenn England und seine Verbündeten Misstände in den tropischen Gebieten beseitigen wollen, so sollen sie in den eigenen Kolonien damit beginnen. Nach dem Frie­densschluss wird die deutsche Volksvertretung darauf Be­dacht zu nehmen wissen, dass in den wiedererlangten deutschen Schutzgebieten Menschlichkeit und Humanität in vollem Umfange zu ihrem Rechte kommen.

Chemnitz, 27. 8. 1918. Gustav Noske,

Mitglied des Reichstags.

II.

Abg. Dr. Müller-Meiningen, von dem Lewin einen Satz aus einer vor 12 Jahren gehaltenen Rede zitiert, erklärt demgegenüber: Die Ententeschriftsteller sind Meister

in der Kunst, alles zu verdrehen und zugunsten ihrer Auftraggeber zu benützen. Ihnen muss alles zum besten dienen I

Es ist möglich, dass ich einmal einen ähnlichen Satz auf Grund einer konkreten Behauptung ausgesprochen habe. Das Zitat ist jetzt in der Broschüre der Entente jedenfalls völlig aus dem Zusammenhang gerissen und verallgemeinert. Diese Fälschung zeigt aber zu­gleich jedem halbwegs objektiven Beurteiler, wie scharf wir deutschen Parlamentarier in der Vergangenheit stets kolonialen Übeltätern auf die Finger klopften. Rücksichts­los haben wir jeden Sünder verurteilt, und nicht eher geruht, bis Sühne für ein Vergehen folgte. Haben die englischen Cant-Fabrikanten ebenso gehandelt?

Ihre Sünden in Ägypten, Südafrika, Indien, Süd­amerika, von Irland ganz abgesehen, haben zum Himmel gerochen: aber mit scheinheiligem Augenverdrehen blicken

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