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Der Grundgedanke der deutschen Kolonialpolitik / Von Vosberg-Rekow
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IV.

Der Imperialismus, sein Ausgangspunkt und seine Ziele.

So lange die englische Industrie die erste der Welt und beinahe konkurrenzlos war, befand sich die englische Volkswirtschaft in vorzüglicher Lage. Nicht nur das weite Kolonialreich, das ihr zur Verfügung stand, sondern die gesamte bekannte Welt hatte ihren Produkten die Türen geöffnet, und der Siegeszug des englischen Gewerbefleisses und des englischen Handels ging ungestört über die ganze Erde. Man war sich in England angesichts des gewaltigen Weltgeschäftes, in dem der englische Kaufmannsstand und an dem fast jeder Engländer dank der englischen Gesetz­gebung bis in die untersten Volksklassen hinein beteiligt war, kaum eines Unterschiedes zwischen den fremden Län­dern der Übersee und den eigenen Kolonien bewusst: dienten doch beide gleicherweise der Bereicherung der Metropole des Welthandels. So kam es, dass die englischen Staats­männer ohne jedes Bedenken Verträge eingingen, wie die bekannten Handelsverträge mit Belgien und dem Deutschen Zollverein, in denen ausdrücklich die Bestimmung stipuliert war, dass diese Kontrahenten in den englischen Kolonien nicht schlechter behandelt werden dürften, als irgend ein anderer, einschliesslich des Mutterlandes. Der Abschluss solcher Verträge benahm England formal die Möglichkeit, sich wirtschaftlich mit seinen Kolonien enger zusammen zu schliessen; man legte aber keinerlei Wert auf diesen Zu­sammenschluss, weil der Abschluss der englischen Industrie­produkte glatt von statten ging und eine engere Verbindung nicht nötig erscheinen Hess.

Aber die in den übrigen Ländern der Welt vielfach