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Wanderungen und Forschungen im Nord-Hinterland von Kamerun / von Franz Hutter
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Abschnitt VII.

Streifzüge in die Tierwelt.

Die Tierwelt im Küstengebiet; im Waldland; im (eigentlichen) Grasland.

Wissenschaftliche Beobachtung der Tierwelt verlangt eigene Vorbildung in der Heimat einerseits, systematisches Arbeiten draufsen andererseits. Zu letzterem gehören ruhigere Zeiten und geordnetere Verhältnisse in jeder Beziehung, als sie mir in den Jahren 1891/93 bescliieden gewesen waren; über erstere verfügte ich leider nicht: so können diese Streifzüge nicht mehr sein als das in schlichtes Gewand gekleidete Ergebnis meiner Beobachtungen auf dem Marsch, auf der Station, auf gelegentlichen Jagdstreifen. Gerade das, was auch der Laie zu leisten vermag, wenn er, wie ich, seit früher Jugend gern und viel durch Wald und Feld der Heimat, mit dem Stock in der Hand, mit der Büchse über der Schulter gestreift ist: Beobachtung des Tierlebens, ward mir durch die Ungunst der Verhältnisse sehr ein­geschränkt; entweder mufste ich in scharfen Märschen das Land durch­ziehen oder ich lag auf der Station fest in Unterhandlungen und Verhandlungen, die junge Schöpfung dort oben zu festigen, oder das Waffenspiel in Krieg und Frieden forderte meine Anwesenheit.

Noch etwas möchte ich vorausschicken; ich habe mich an früherer Stelle (Abschnitt III, S. 69 u. f.) bereits darüber ausgesprochen. Falsche, von der Wirklichkeit abweichende Vorstellungen herrschen in der Heimat über die Tierwelt der Tropen. Ihre Vertreter, und gerade die als diewildesten verschrieenen, fliehen, wenn nicht angeschossen oder überrascht oder in die Enge getrieben, vor dem Menschen und verbergen sich; sie bleiben in den Dickungen, in den Wipfeln der ge­waltigen Baume versteckt und verschwinden, selbst zu Tode getroffen, häufig spurlos in dem Pflanzengewirr.

Das ist übrigens auch ein weiterer Grund, warum gerade auf Märschen die Ausbeute in dieser Beziehung so gering ist. Eine Fährte, ein Laut ist oft alles, was die Anwesenheit eines Tieres verrät.

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