Abschnitt III.
Auf dem Marsche.
Anforderungen und Vorschulung. — Westafrikanische Reisetechnik: a) Ausrüstung, b) Träger, c) Lebensweise. — Der Marsch.
Anforderungen und Vorscliulung.
„Körperliche Elasticität und Widerstandskraft in Krankheiten und Persönlich-
11 t ^ menschliche
Anstrengungen, die natürliche Gabe, mit Menschen aller Art inmitten Anforde-
KJ ' ' rungen.
der fremdartigen W eit zu verkehren, sind die unerläfslichen Bedingungen, mit denen der Entdeckungsreisende ausgestattet sein mufs. Die Geduld aber ist die Tugend, welche das Geheimnis des Erfolges birgt.
Sie zu üben, ist oft nicht leicht.
Das Ertragen gänzlicher geistiger Isoliertheit inmitten harter Entbehrungen, schwerer Entsagungen, unerbittlicher Krankheiten, drohender Gefahren ist anfangs manchmal mehr, als seihst glühender Enthusiasmus auf sich zu nehmen liebt. Erst später lernt man Zeit und Raum anders beurteilen, wird bescheidener in seinen Zielen, zäher in der Ausführung seiner Pläne, geduldiger im Ausharren und Leiden.
Aber auch dann ringt man manchesmal nur noch mechanisch weiter, vergeblich sinnend über die geheimnisvolle Gewalt, welche den Menschen treibt, um den spärlichsten Lohn sich im ewigen Kampf mit hindernden Gewalten der Natur abzumühen und so, fast unbewufst, der weiteren Entwickelung des ganzen Menschengeschlechts zu dienen.“
Diese Sätze stehen in Nachtigals grofsem Reisewerk: „Sahara und Sudan.“ Schlichter, eindrucksvoller und vollständiger zugleich können die Anforderungen, die an die Person des Forschers, an den Menschen in ihm, herantreten; die Schwierigkeiten, die der Entdeckungsreisende zu überwinden hat, nicht aufgeführt werden. Aber auch nicht schöner und wahrer läfst sich der Beweggrund, all das auf sich zu nehmen, in Worte kleiden.
Hutter, Wanderungen in Kamerun.
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