Deutschlands Kraftquellen.
Die Kraftquellen aller Lebewesen sind sehr mannigfaltig, obgleich sie alle auf Sonnenenergie zurückzuführen sind. Wird z. B. Zellstoff verbrannt:
C 6 H 10 O 5 + 6O 2 = 6CO 2 + 5H. 2 O,
so werden für je 1 k Zellstoff 42 hw entwickelt. Umgekehrt müssen zur Bildung von 1 k Zellstoff:
6 C0 2 + 5 H 2 0 = C 6 H l0 O 5 -f 6 0 3
42 hw gebunden werden, welche die Sonnenstrahlen liefern. 1 ) Die aus Pflanzen entstandenen Kohlen 9 ) bilden daher gewaltige Vorräte aufgespeicherter Sonnenenergie, welche vor Milhonen von Jahren durch überaus üppigen Pflanzenwuchs gebunden wurden. Die heutige Industrie, ja das ganze heutige Kulturleben wäre undenkbar ohne Verwendung der Mineralkohlen (S. 38).
Von der gegenwärtig von der Sonne gespendeten Energie wird nur ein sehr geringer Teil als Wasserkraft gewonnen, in Deutschland etwa 600000 Pf., welche jährlich mit 2 Millionen t Kohlen geliefert werden könnten. — Die Ver v endung von Wind für Kraftmaschinen ist naturgemäß noch viel geringer.
*) vgl. Fischers Jahresber. d. ehern. Techno]. 1888, 17; 1904, 541. -) vgl. Fischers Jahresber. d. ehern. Technol. 1899, 16.