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Vom Standpunkte der britischen Industrie aus wird es sich in erster Linie darum handeln, eine Ordnung zu finden, die die Inder befriedigt und die Gefahr einer gewaltsamen Loslösung Indiens beseitigt. Denn eine solche würde für die britische Industrie verhängnisvoll werden müssen, indem sowohl die Rohstoffe als auch die Absaßgebiete dadurch verlorengehen könnten. Man muß vielmehr danach streben, auf gütlichem Wege eine Verständigung zu erzielen, wodurch die großen Vorteile in möglichst großer Ausdehnung gewahrt werden können, ln diesem Zusammenhänge versteht man deshalb auch, warum die Opposition gegen die neue Regierungsvorlage über eine stufenweise Einführung von Selbstverwaltung in Indien seitens der britischen Industrie verhältnismäßig so gering gewesen ist. Denn diese Vorlage hat einen Weg eingeschlagen, der mit den Interessen der Industrie in voller Übereinstimmung zu sein scheint: den Indern eine möglichst ausgedehnte lokale Selbstverwaltung zu gewähren, die Leitung der äußeren Politik aber, einschließlich der Steuer- und Zollpolitik, in englischen Händen zu belassen.
Indien und britisches Kapital.
Es ist nach dem, was ich ausgeführt habe, klar, daß die Verbindung mit Indien England und der englischen Geschäftswelt große Vorteile gebracht hat, und auch, daß diese vielfach geringer gewesen wären, falls die Verbindung eine freie zwischen gleichberechtigten Staaten gewesen wäre, und falls England nicht imstande gewesen wäre, die Verhältnisse in Indien zu kontrollieren und umzugestalten.
Die verschiedenen Einzelheiten, die ich bis jetjt behandelt habe, der Handel, die britische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Rohstoffen und die Ausfuhr von britischen Industrieprodukten nach Indien, fügen sich alle als Glieder eines großen Ganzen zusammen, wobei Indien überhaupt als ein gewaltiges Arbeitsfeld für britischen Unternehmungsgeist und britisches Kapital angesehen werden kann.
Seit den ersten Zeiten der britisch-indischen Beziehungen sind große Summen britischer Gelder in indischen Unternehmungen angelegt worden, von den Ausgaben für die Ausrüstung des ersten britischen Handelsschiffes, das nach