aus betrachten, insoweit dadurch Licht auf die gestellten Fragen fällt, und weiter untersuchen, was die Engländer auf verschiedenen Gebieten getan haben, um die aus Indien zu ziehenden Vorteile noch größer zu machen, wobei es von selbst in die Augen springen wird, ob die betreffenden Veranstaltungen auch ohne eine direkte Herrschaft möglich gewesen wären.
Der indische Handel und England.
Wie ich schon erwähnt habe, ist die britische Herrschaft über Indien aus einem Handelsunternehmen entstanden, und die Interessen des Handels waren im Anfang für die ganze Politik maßgebend. Dieser Handel wurde bald so bedeutend, daß er nicht nur für die Mitglieder der Handelsgesellschaft eine Quelle der Bereicherung wurde, sondern auch nationale Bedeutung erlangte. So setjte schon Charles Davenant (1656—1714) auseinander, daß England die Hälfte seines auswärtigen Handels einbüßen würde, falls es seinen indischen Handel aufgeben würde. Und er blickte noch weiter. Er führte aus, daß ein blühender auswärtiger Handel notwendig sei, um eine Flotte unterhalten zu können, und eine solche sei wiederum für die Seeherrschaft eine unentbehrliche Bedingung. Gerade durch den Handel würde England es dahin bringen können, das Haupt eines gewaltigen Imperiums zu werden und der ganzen Welt seine Geseße vorzuschreiben. Er sah mit anderen Worten die Sachlage voraus, die nach der Ansicht mehrerer Autoritäten eingetreten ist, daß England auf dem Besi£ Indiens eine Stellung als leitende Weltmacht aufbauen könnte.
Mit modernem Maßstabe gemessen, war aber der indische Handel im Anfang nicht umfangreich. Fünf bis sechs Schiffe jährlich genügten, um den ganzen indischen und ostasiatischen Handel zu bewältigen. Das lag in der Natur der Sache. Der Weg nach Indien war zu lang und die Reise nahm zuviel Zeit in Anspruch, wozu noch andere Umstände hinzukamen.
Indiens Haupterwerbszweig war damals wie heutzutage die Landwirtschaft. Wohl pflegte das Land seit den ältesten Zeiten Handelsverbindungen mit der Außenwelt, und dieser Handel war verhältnismäßig nicht unbedeutend, trat aber