(Vorwort
Meine Beschäftigung mit der deutschen Rolonialpolitik brachte mir auch die damit eng verknüpfte Auswanderungsfrage nahe. Ich begann, die deutschen Äolonieen auf ihre Besiedelungsfähigkeit hin zu prüfen. Da erkannte ich sehr bald, daß Togo, Rainerun, Deutsch- Vstafrika und die deutschen Südseebesitzungen als Handels- und plan- tagenkolonieen für die deutsche Auswanderung überhaupt nicht in Betracht kommen. Der Gouverneur von Deutsch-Gstafrika, Herr Generalmajor fiebert, hat freilich vor kurzem noch erklärt, daß er auf seiner Reise durch das von ihm verwaltete Schutzgebiet hochbelegene Distrikte angetroffen habe, die sich nach seiner Ansicht sehr wohl zur Besiedelung mit taufenden von deutschen Bauern eigneten. Dieser Anschauung sind schon zahlreiche Kapazitäten auf dem Gebiete der Afrikaforschung entschieden entgegengetreten. Auch ich bezweifle die Möglichkeit, in Deutsch-Gstafrika jemals siedeln zu können, und warne vor unüberlegten Schritten nach dieser Richtung hin. Die traurige Geschichte der übereilten Siedelungsversuche in Deutsch-Südwestafrika sollte als warnendes Exempel uns immer vor Augen stehen. Dabei kann gerade Deutsch- Südwestafrika immerhin, wenn auch nur in bescheidenem Maße, mit europäischen Ackerbauern besiedelt werden. In Deutsch-Ostafrika dagegen kommt eine derartige Kolonisation überhaupt nicht in Betracht. Die Gegenden, die der Gouverneur von Deutsch-Gstafrika für ein brauchbares Siedlungsgebiet erklärt hat, mögen klimatisch allerdings für den Europäer ganz geeignet sein; sie befinden sich aber auf halber Höhe der großen central-afrikanischen Gebirge und bereiten daher schon aus diesem Grunde allen Siedelungsvcrsuchen unüberwindliche Schwierigkeiten. Selbst in Europa hat man bisher derartig hochbelegene