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Die deutschen Kolonien : für die Schule dargestellt / von Alwin Wünsche
Entstehung
Seite
222
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Riautschou.

Wo unser Schutzgebiet Riautschou liegt. Daß die Riautschou- bucht an der Rüste der Halbinsel Schantung liegt, ist ohne weiteres aus der Rarte zu ersehen. Daß sie aber das beste Eingangstor von ganz Nordchina ist, kann niemand von der Karte ablesen. Südchina hat zwei ausgezeichneteSeetore": die Mündung des Rantonflusses mit Hongkong und die Mündung des gewaltigen Jangtsekiang mit Schanghai. In Nordchina aber haben die Mün­dungen der großen Zlüsse nicht diesen Wert. Die Mündung des hoangho taugt gar nichts für die Schiffahrt und die des peiho nicht viel,- denn beide sind versandet, was sich von der Rarte natürlich auch nicht ablesen läßt. Die ganze Rüste Nordchinas ist durch­weg flach, sandig, für Schiffe unzugänglich ausgenommen Schantung. An dieser felsigen Halbinsel gibt es gute Hafen genug. Aber keiner derselben bildet eine so vorzügliche Eingangs­pforte in das Land wie die Bucht von Riautschou. Denn während die anderen Schantunghäfen alle durch hohe Gebirge vom Innern abgeschlossen sind, zieht sich hinter der Riautschoubucht eine tiefe, breite Senke weit ins Innere des Landes hinein. Sie ist ein ganz bequemer Weg nach dem herzen Ehinas. Die deutsche Eisenbahn, die von Tsingtau nach Ehina hinein führt, läuft denn auch durch diese Senke. Nach keinem Hafen lassen sich die Waren aus dem nördlichen Teile des himmlischen Reiches so bequem bringen, wie nach der Riautschoubucht. Und wenn auch nur Schantung allein seine Produkte alle nach Tsingtau brächte, so würde das schon viel be­sagen. Denn in dieser Provinz wohnen ebensoviel Menschen wie in ganz Frankreich (36 Millionen). Und was für fleißige Menschen!

va Deutschland an der Rüste Ehinas festen Kuß fassen wollte, wie es England, Frankreich und Rußland schon längst getan