Deutsch-Ostafrika.
Das Relief des Landes. Über die Lage einer Kolonie, ihre Grenzen und Nachbarn können wir uns in diesem Buche sehr kurz fassen,- das meiste davon ist ja ohne weiteres von der Karte abzulesen. Nicht so leicht ist es, sich von dem Relief des Landes ein einfaches Bild zu machen. Das Relief von Oeutsch-Gstafrika hat zwei große Abschnitte: an der Rüste ein Tiefland — das sog. Vorland,- im Innern ein Hochplateau — kurz das Hochland genannt. Oas Vorland ist im Norden schmal, erreicht am Rufidschi seine größte Breite — etwa 400 Km — und verschmälert sich nach der Südgrenze hin wieder. Es ist aber sozusagen kein glattgewalztes Klachland. Wie Inseln aus dem Meere, so erheben sich aus ihm einzelne Berge oder kleine Gebirge, z. V. das rundum steil aus dem Tieflande aufsteigende schöne Usambara- gebirge hinter der Stadt Tang«. Desgleichen fährt die Eisenbahn von Oaressalam nach Tabora an einem solchen Einzelgebirge — Ulugurugebirge — vorbei. Diese kleinen Gebirge sind abgesprengte Teile des dahinter sich erhebenden gewaltigen Hochlands. Legt man die Karte von Oeutsch-Gstafrika so, daß der Indische Gzean oben ist, so hat das Relief eine gewisse Ähnlichkeit mit demjenigen Deutschlands: das Tiefland ist im Norden, das Hochland im Süden,- und wie sich aus der norddeutschen Tiefebene einzelne Gebirge erheben — der Harz z. B. —, so auch aus der ostafrikanischen Tiefebene.
Das Hochland unseres Schutzgebietes ist ein kleiner Teil des ungeheuren, fast den ganzen Erdteil erfüllenden sog. afrikanischen Zentralplateaus. Auf dem Hochlande breiten sich an manchen Stellen riesige Klächen von einer geradezu wunderbaren Eben-
Wünsche, Kolonien. ^