Der Küstenausstand und der Griff nach dem Oberen Nil.
Auf meiner Heimreise im Februar 1888 traf ich in Genua Herrn Karl von der Heydt, der mir mitteilte, daß die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft als ihren kaufmännischen Vertreter den Konsul Vohsen nach Zanzibar schicken wolle. Er hoffe jedoch, daß ich als politischer Generalvertreter wieder hinausgehen werde, und daß sich eine Teilung der Kompetenzen durchführen lasse. Ich machte ihn darauf aufmerksam, daß ich solche Trennung der Vertreterschaft nicht für möglich halte, und daß ich selbst mich jedenfalls nicht darauf einlassen würde. Wir hatten in der Tat schon zuviel Zweiteilung in Zanzibar gehabt, als daß ich es für angängig halten konnte, Teil- nehmer an einer weiteren Amtsspaltung zu sein. Tatsächlich fand ich hernach in Berlin, daß die eigentlichen maßgebenden Kreise in der damaligen Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, voran Geheimrat Kayser und Delbrück, augenscheinlich sehr erleichtert waren durch meinen Entschluß, der den Herrn Vohsen zum alleinigen Vertreter der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft draußen machte.
Wie Konsul Vohsen eigentlich in unsere Kreise gekommen war, das weiß ich nicht. Soweit ich erfuhr, war er Vertreter einer französischen Firma in Westafrika
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