II.
An die Arbeit.
So war ich denn von den Llfern der Themse in die Nähe der Spree verschlagen. So groß, wie der Unterschied der beiden Flüsse, erschien mir auch die Veränderung der ganzen Szenerie, die ich durchmachte. Ich muß aussprechen, daß mir in Berlin zunächst alles unsympathisch, ja, niederträchtig vorkam. Gewohnt, seit Iahren mit Gentlemen zu verkehren, stieß ich hier zum ersten Male auf die Spezies des preußischen Stellenstrebers und Berliner Glücksritters, welche dem Milieu um die Panke herum ihr eigentliches Charakteristikum zu geben schienen. Seit 1881 war ich an den vornehmen Ton der großen Londoner Presse gewöhnt gewesen; jetzt sollte ich die Bekanntschaft der deutschen Vertreter der öffentlichen Meinung machen, wie sie 1884 mehr als heute so manche Zeitungsredaktion anfüllten, um Tag um Tag eine Preßfreiheit, für welche sie ihren Gesinnungen nach noch keineswegs reif waren, auf das Gemeinste zu mißbrauchen: Gewohnheitslügner, denen die Wahrheit ganz gleichgültig war, oft daneben professionelle Erpresser, Ehrabschneider, Lumpen jeder Art. Der Älbergang von meinen Londoner Beziehungen in diese Berliner Kreise kam mir vor wie der Wechsel von einem stärkenden Seein ein dumpfes Moorbad.