V. Die Bakulia.
as östliche Nachbarvolk der Wageia sind die Bakulia, die bis zum Eintreffen der deutsch-englischen Grenzexpedition im Jahre 1904 mit nur wenigen Europäern in flüchtige Berührung gekommen waren. Von diesen wurde ihnen fälschlicherweise der Name „Wassuba" beigelegt, den wir auch noch auf einigen Karten finden. Da ich in ihrem Gebiete zwei Monate lang gearbeitet habe, so war es mir möglich, einiges über diesen nur wenig bekannten Stamm in Erfahrung zu bringen.
Die unrichtige Bezeichnung Wassuba erklärt sich dadurch, daß ein Teil von ihnen in der nur einen Tagemarsch vom Viktoria-See entfernten Landschaft Bussuba wohnt, die verschiedentlich von Europäern besucht wurde. Der Feiner, die Stämme falsch zu benennen, wird übrigens in Gebieten, die man nur flüchtig durchzieht, häufig gemacht.
Die Bakulia bewohnen außerdem noch die Landschaften Bumirra, Butende, Buriedi, Bunjari, Tschamuita, Utimbaru, Unjawassi und Buiregge, umfassend das Gebiet zwischen Gori- und Marafluß, östlich bis zum Steilabfall gegen die 300 m tiefer gelegene Masaisteppe und westlich bis zu dem von den Wageia bewohnten etwa 25 km breiten Streifen am Westufer des Viktoria-Sees. Das Land ist ein Bergland mit einer Durchschnittshöhe von 1600—1700 m, dessen Täler 1450—1500 m hoch liegen und in dem einzelne Berge bis 1900 m emporragen. Es ist außerordentlich stark gegliedert und bildet hart an der deutsch-englischen Grenze die Wasserscheide zwischen Gori und Mori und südlich davon in Höhe der Landschaften Utimbaru und Buiregge die Wasserscheide zwischen Mori und Mara.
Als Massive in diesem zerrissenen Berglande heben sich in den Landschaften Utimbaru, Bumirra und Unjawassi Plateaus ab, die, be-
Weiß, Die Völkerstämme im Norden Deutsch-Ostafrikas.
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