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Die Völkerstämme im Norden Deutsch-Ostafrikas / von Max Weiß
Entstehung
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11. Die Wanjambo.

(Wapororo, Wahutu).

achdem ich im vorigen Kapitel eine kurze Schilderung von dem Herrschervolk der Wahima gegeben habe, wende ich mich nunmehr zu den ureingesessenen Landesbewohnern, den Wanjambo, wie sie ganz all­gemein heißen, oder Wapororo, wie sie sich in Mpororo, bezw. Wahutu, wie sie sich in Ruanda nennen. Sie bewohnen die Landschaften Ruanda, Mpororo, Karagwe und kommen auch noch nördlich der Kagera in der Landschaft Ankole vor. Wie im ersten Kapitel, will ich auch hier der Schilderung der Menschen eine kurze Beschreibung des Landes vorausgehen lassen. Mpororo und Ruanda sind bereits besprochen, es bleiben also noch Karagwe und Ankole.

Karagwe ist ein durch zahlreiche tiefeingeschnittene, fast stets meridional verlaufende Täler stark zerklüftetes Land. Die typische Form eines derartigen Karagwe-Tales zeigt uns Abb. 55. Die Bergzüge haben eine Durchschnittshöhe von 1700 m und sind fast alle gleich hoch. An verschiedenen Stellen werden diese Längszüge durch eine Sattelung in Art eines Querriegels verbunden, so daß man es nicht nötig hat, in die Täler hinabzusteigen, wenn man weite Umwege nicht scheut. Schneller jedoch kommt man, allerdings auch mit erheblich mehr Anstrengungen, durch Karagwe hindurch, wenn man die steilen Hänge in die oft 400 bis 500 m tiefen Täler hinab- und wieder hinaufsteigt.

Während wir auf den Höhenzügen fast nur Grasbestand und höchst selten Bäume finden, sind die Täler und Hänge mit Akazienbaum-' und Buschbestand bewachsen. Die Täler, die meist eine sumpfige Sohle oder auch ein fließendes Gewässer aufweisen, sind mit undurchdring­lichem dornigen Unterholz bestanden, in welchem zahlreiche Nashörner hausen. Ein Durchqueren dieser Täler ist nur auf den Nashornpfaden möglich, will man sich nicht erst in stundenlanger Arbeit mit Axt und