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Die Völkerstämme im Norden Deutsch-Ostafrikas / von Max Weiß
Entstehung
Seite
107
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DIE WANJAMBO.

und mit dürren Aesten, Gras und etwas Erde überdeckt wird. Das Ge­lände zu beiden Seiten dieser Gruben wird mit Dornenhecken gesperrt, so daß das Wild gezwungen ist, nur diesen einen Weg zu nehmen. Betritt es die trügerische Decke, so bricht es durch, stürzt in die Grube und wird von den Wanjambo gespeert.

Mit Hilfe der Netze wird die Jagd in folgender Weise ausgeübt: Mehrere von den 1 m breiten und 20 bis 30 m langen großmaschigen

Abb. 75. Mann aus Kaiagwe mit Tabaksbeutel.

Netzen werden an Pfählen, Bäumen und Büschen in der Steppe aus­gespannt. Dann ziehen die Wanjambo in Trupps von 50 bis 100 hinaus und treiben das Wild in die Netze. Die Tiere, die sich hierin verfangen, werden mit Speeren getötet.

So manches Zebra, Jimcra, auch Pferde- und Elenantilopen, ganz abgesehen von zahlreichem kleineren Wild, fallen ihnen hierbei zum Opfer. Eine Jagd mit vergifteten Pfeilen kennen die Leute nicht.