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Kaiser Wilhelms-Land und der Bismarck-Archipel : nach den neuesten Quellen geschildert / von Carl Hager
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dichten Urwaldsgürtel eingeschlossen; hinter dem Flachlande steigen steile, dichtbewaltete Hügelreihen bis zu hohen Gebirgen auf; alles ist von dichtem Urwald bedeckt. Das flache Land ist sumpfig, kommt also für den Anbau nicht in Frage. (Merk­würdigerweise wird diese Strecke in den Berichten der englischen Offiziere, die an Bord des SchiffesRaven" im Januar 1885 hier die später rückgängig gemachte Besitzergreifung seitens Englands vollzogen, auf höchste gelobt und bewundert. Von allem verspreche die Traitors Bai eine große Bedeutung für die Zukunft. Sie sei nach Südosten vorzüglich geschützt, besitze vorzüglichen Ankergrund und werde ringsmn von weiten frucht­baren Ebenen begrenzt, auf denen in dichter Fülle der Eisen­holzbaum wachse. Die Eingeborenen (!) legten zwar scheue Furcht vor den unbekannten Weißen an den Tag, machten aber den Eindruck großer Friedlichkeit.) In die Bai ergießt sich der Fluß Clyde; die verschiedenartige Färbung des Wassers und große Mengen von Treibholz deuten im Huongolfe darauf, daß das benachbarte Gebirge stärkere Flüsse ins Meer sendet. Auch bei Warsoug Point, der Grenze von Traitors Bai stehen heute keine Dörfer mehr. Auf sie folgt dann die Herkules-Bai, die einen Fluß aufnimmt, der an Größe den Clyde übertrifft, wegen der großen Barre an der Mündung aber kaum für Boote passierbar ist. Bei der Mündung desselben stehen einige sehr schlechte Hütten. Die Eingeborenen, die zahlreich am Fluß hinauf zu wohnen scheinen, betragen sich scheu und furchtsam. Die ganze Küste der Herkules-Bai bietet keinen Ankergrund. Acht Seemeilen nördlich des Flusses liegen die Luard-Jnseln, die von Riffen umgeben sind und keinen Ankerplatz bieten; der Charakter des Küstenlandes auf der Hauptinsel ist immer der gleiche: urwald­bedecktes Flachland, dahinter bewaldete Berge. Ihnen gegenüber liegt der Adolfhafen, der eine günstige Einfahrt besitzt, für Schiffe von mittlerer Größe brauchbar und besonders wertvvll ist, da er frisches Wasser bietet; das Land um den Hafen ist dichr be­waldet, sumpfig und bergig und schwach bevölkert, die Einge-