Die Erforschung Neuguineas.
Der Erdteil, den wir den dunkeln nennen, verliert mehr und mehr deu Anspruch auf diese Bezeichnung. Ausgedehnte Ländermassen, welche europäische Forscherarbeit noch nicht für die Erdkunde erobert hätte, sind hente in Afrika nicht mehr vorhanden. Die Karte dieses Weltteils zeigt keiue weißen Stellen mehr, welche sich mit der Fläche von Neuguinea decken würden. Vielmehr ist letztere Jusel, zumal sie wegen ihrer Größe fast kontinentalen Rang beanspruchen darf, für unsere Zeit der dunkle Erdteil, ob- schon man seit Vierthalbhundert Jahren bemüht ist, den Schleier zu heben, der über sie ausgebreitet ist. Nur die Küsten sind bekannt und erforscht, und selbst diese noch nicht ausreichend. Was das Innere des großen Landes birgt, ob es bewohnt oder unbewohnt, ob es dem Europäer dauernden Aufenthalt, ob es neue Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt unserer Erde verstattet, ist noch ein Geheimnis. Wie lange soll die Lösung der Frage, die seit Jahren als eine der brennendsten der Geographie bezeichnet wird, noch auf sich warten lassen! Wir hoffen, daß Deutschland auch in dieser Richtung seine Stellung in Neuguinea ausnutzen und nicht nur dem Vaterland neuen Ruhm schaffen, sondern auch die Nationen, die mit scheelen Augen auf unsere Besitzergreifung blicken, versöhnen wird, indem es in der Kenntnis von unserer Erde, dem Gemeinbesitz aller Völker, eine Lücke ausfüllt.
Es ist unentschieden, wer der erste europäische Entdecker der Insel gewesen ist. Den Malaien war sie unter dem noch