Teil eines Werkes 
Teil 1 (1912) Schilderung seiner Entstehung und seiner wirtschaftlichen Verhältnisse
Entstehung
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V.

Die Berliner Konferenz.

Den Anlass zu den diplomatischen Verhandlungen, die schliesslich zur Berliner Konferenz von 1884/85 führten, boten die Anstrengungen Portugals, das Küstengebiet zu beiden Seiten der Kongomündung kraft alten historischen Rechts zu beanspruchen. Da­mit wäre dem werdenden Kongostaate die Lebens­ader durchschnitten gewesen, hätte nicht der Unfreund­lichkeit Englands, die also schon an seiner Wiege stand, die Freundlichkeit Deutschlands das Gegen­gewicht gehalten. Dem Einschreiten Bismarcks, den eine von Emile Banning verfasste, ausgezeichnete Denkschrift über die Ansprüche Portugals mitbewog, die Sache des Königs der Belgier zu der seinen zu machen, dankt der Kongostaat seinen Zugang zum Meere 1 ).

Wie verhielt es sich nun eigentlich mit den histo­rischen Rechten Portugals auf das Kongomündungs­gebiet? Tatsache ist, dass auch im 16. und 17. Jahr­hundert die Portugiesen nur in zwei Plätzen des Königreiches" vertreten waren: in S. Salvador und S. Antonio, letzteres in der Bucht von Songo oder Sonho. Im Jahre 1627 wurde S. Salvador von den Portugiesen definitiv geräumt, nachdem schon 1608

Vgl. G. K. Anton, Kongostaat und Kongoreform. Leipzig 1911. S. 9.

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